Wintershall Aktiengesellschaft, Berlin
Aufbau des
Die Gesellschaft war und ist heute noch zu
sinem großen Teil die Holding- und Finanzierungs-
Gesellschaft des Winterhall-Konzerns, In sie wurde
der größte Teil der Majoritäten eingebracht, die sich
im Besitz des Wintershall-Konzerns befanden.
Nachdem am 1. April 1926 das Gesetz über
Steuermilderungen zur Erleichterung der Wirt-
schaftslage in Kraft getreten war, wurde die Ver-
Sohmelzung des größten Teiles der Gesellschaften des
Wintershall-Konzerns mit der Kali-Industrie, jetzt
Wintershall A.-G. vorgenommen, ;
Nach den Generalversammlungs- bzw, Gewerken-
versammlung sbeschlüssen vom 20. bis 23, September
1926 gingen nachstehende Gewerkschaften bzw. Ge-
sellschaften im Wege der Fusion als Ganzes unter
Ausschluß der Liquidation auf die Kali-Industrie,
jetzt Wintershall A.-G., Kassel, über:
A.-G. Bismarckhall, Bischofferode; A.-G, Deutsche
Kaliwerke, Bernterode; A.-G. Vereinigte Norddeutsche
Kaliwerke, Berlin; Gew, Alexandershall, Berka; Gew.
Kaiseroda, Merkers, Gew. Sachsen-Weimar, Unter-
breizbach; Gew, MHeiligenmühle, Gew. Buttler,
Dechsen; Gew. Heiligenroda, Dorndorf; Gew. Kali-
werk Großherzogin Sophie, Oechsen; Kaliwerke Groß-
herzog von Sachsen .A.-G., Weimar; Gew. Großherzog
Wilhelm Ernst, Oldisleben.
Ferner wurde durch die General- bzw. Gewerken-
versaramlungen vom 20, bis 23. September 1026 die
Liquidation der folgenden Gewerkschaften bzw. Ge-
sellschaften beschlossen und deren Vermögen best-
möglichst verwertet:
Gew. Alicenhall, Gotha; Gew. Beberstedt, Hüp-
stedt; Gew, Carlsfund, Groß-Rhüden; Gew. Ellers,
Neuhof; Gew. Felsenfest, Hüpstedt; Gew. Gebra,
Obergebra; Gew, Glücksborn, Hannover; Gew. Wils,
Beesenstedt; Gew. Heldrungen I und II, Oberheldrun-
gen; Gew. Herfa, Heringen; Gew, Heringen; Gew. Her-
mann IL, Königsdahlum; Gew. Hüpstedt; Gew. Immen-
roda, Straußberg; Gew. Irmgard, Oberheldungen;
Gew. Johannashall, Beesenstedt; Gew. Meimerhausen,
Freden; Gew. Neurode, Heringen; Gew. Reichskrone,
Kassel; Gew, Richard, Kassel; Gew. Rothenfelde,
Fallensleben; Gew, Schlotheim; Gew. Walter, Ober-
ı1eldrungen; Gew. Wilhelmshall, Änderbeck; Gew. Ferna,
Kassel; Gew. Westohm, Kassel; Gew. Rheinland,
Zassel; Gew. Lohra, Öbergebra; Gew. Glückauf,
Sondershausen; Gew. Glückauf-Bebra, Sondershausen;
Gew, Glückauf-Ost, Sondershausen; Gew, Glückauf-
Ebeleben, Sondershausen; Gew, Glückauf- West,
Sondershausen; Bengwerksgesellschaft Wintzingerode,
Kassel; Bergbaugesellschaft Alicenhall m, b. IL,
Kassel; Kaliwerke Meimerhausen G.m.b,H., Klein-
Freden; Chemische Werke Glückauf G. m, b. HE,
Sondershausen; Chemische Fabriken Wolkramshausen
G. m. b. H., Wolkramshausen; Chemische Fabriken
Hüpstedt G&. m. b. H., Hüpstedt,
In der Gewerkenversammlung vom 23, Dezember
na
“ —ehmens,
1926 wurde die Liquidation der Gewerkschaft West-
kadlen beschlossen.
1927 erfolgte gemeinsam mit den Klöckner-
Werken die Gründung der Gewerkschaft Victor in
zauxel zwecks Bau von Stickstoffgewinnungsanlagen.
Die Grundlage für die Stickstoffproduktion bildet
me Lizenz auf das Claude-Verfahren für Ammoniak-
;ynthese, die die Gesellschaft im Jahre 1926 er-
vorben hat.
In den em en vom 14, Apriül
927 wurde die Liquidation der Gew, Hedwigsburg,
Neuhof, am 30. Juni 1927 die der Gew, Anhalt,
Sassel, Gew. Burgraf, Gotha, Gew, Hildesia, Hannover
ew. IHberstedt, Kassel, Gew, Salzungen, Kassel, und
ler Bergwerksgpgesellschaft Aller Hammonia m. b. H.,
Kassel, beschlossen,
Am 8, August 1927 übernahm die Gesellschaft im
Wege der Fusion die Alkaliwerke Ronnenberg,
Im Oktober 1927 nahm die Gew. Vietor eine An-
eihe von hfl. 8 000 000.— auf.
Die Gesellschaft hat der gesamten deutschen
Caliindustrie eine Option auf Beteiligung an den An-
agen in Rauxel eingeräumt.
1927 wurden bei der Gewerkschaft Glückauf-
jondershausen Fabrikationsanlagen zur Herstellung
zon Kalisalpeter und Mischdünger gebaut, von denen
lie Kalisalpeterfabrik Anfang 1929 in Betrieb ge-
ryenommen wurde,
Laut Generalversammlungsbeschluß vom 30. Juni
928 erhöhte die Gesellschaft das Aktienkapital unter
\usschluß des gesetzlichen Bezugsrechtes um Reichs-
nark 80000 000.— ‚Aktien, die ab 1, Januar 1928
lividendenberechtigt sind. Die Ausgabe der neuen
\ktien erfolgte zum Kurse von 107 %,
Die Uebernahme der neuen Aktien erfolgte durch
lie Kali-Bank Akt.-Ges,, Kassel, als Führerin eines
Xonsortiums mit der Verpflichtung, davon nom,
im. 60 000 000.— den alten Aktionären im Verhältnis
2:1 zum Kurse von 107 % dh anzubieten.
ie restlichen Rmk, 20 000 000.— erhielt die Gewerk-
chaft Wintershall zu Heringen mit der Verpflichtung,
inen bei der Verwertung sich ergebenden Ueber-
‘chuß über die Selbstkosten restlos der Gesellschaft
zuführen,
1929 Beteiligung an der dritten Anleihe des
Deutschen Kalisyndikates G. m. b. H.
Laut Generalversammlungsbeschluß vom 29, Juni
1929 Aenderung der Firma in „Wintershall Aktien-
resellschaft‘“; die alten auf den Namen Kali-Industrie
A.-G. lautenden Aktien wurden gegen neue auf den
jetzigen Namen lautende umgetauscht.
Die Gewerkschaft Hildesia wurde mit den ge-
3amten Aktiven und Passiven übernommen und An-
teile des Dr. Wilhelm Sauer-Konzerns (Gew. Hohen-
iels, Gew. Bergmannssegen, Gew. Erichssegen, Kali-
Gew. „Hugo“, Gew. Ottoshall) neuerworben.
Betriebsbeschreibung.
Grundbesitz und Gerechtsame der Wintershall A.-G.:
Der Grundbesitz hat eine Größe von 15290656 qm, die Gerechtsame umfaßt 1593981 383 am.
Zahl der Schächte:
Die Wintershall A.-G. und die mit ihr verbundenen Unternehmen einschließlich der Gewerkschaft
Wintershall besitzen 92 quotentragende Schächte; von ihnen sind 54 endrültig stillgelegt.
Fahriken: 11 chemische Fabriken.