Full text: Der Weltverkehr und seine Mittel

Stabilität. 
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beladenen Schiffes ein günstiger wird. Zn diesem Zweck sind in den größeren Hafen 
städten besondere Beamie angestellt, welche die richtige Stauung der Ladung im Interesse 
der Rheder und Verfrachter überwachen. So ist z. B. bei leichten Ladungen, wie Baum 
wolle, Thee, Tabak, meist Ballast im Schiffsboden mitzuführen, da ohne denselben das 
Schiff leicht zu rank wird, während bei schweren Ladungen, wie Eisen- und Kupfererze, 
Eisenbahnschienen, Vorsorge getroffen werden muß, dieselben nicht durchweg tief im Schiffs 
boden zu lagern, zumal sie den Schiffsraum kaum bis zur Hälfte ausfüllen werden, da 
sonst das Schiff in See zu heftige Bewegungen macht und bei der schweren Belastung 
Gefahr vorhanden ist, daß es leck springt. Man verteilt daher schwere Ladungen meist 
im Boden und im Zwischendeck. Anderseits ist auch die Stauung der Ladung mit 
Bezug auf die Verteilung auf die Schiffslänge von Wichtigkeit; man muß dahin streben, 
die schweren Ladungen möglichst mittschiffs zu lagern, teilweise um die Belastung des 
Schiffsrnmpfes, welcher mittschiffs den größten Auftrieb hat, günstig zu gestalten, teil 
weise um die Stampfbewegungen auf See möglichst zu mildern, da dieselben bei An 
häufung von schweren Gewichten an den Schiffsenden sehr heftig werden können. 
Neben der Stauung der Ladung mit Bezug auf die Schwerpunktslage kommt nun 
noch ein anderer wichtiger Faktor, die Beweglichkeit der Ladung, in Frage. Dieser 
Umstand, welcher bei flüssigen Ladungen — Petroleum, Wasser — sowie bei beweglichen 
Ladungen, Getreide, Reis, sehr lange Zeit weniger beachtet worden ist und den Verlust 
einer größeren Zahl von Schiffen mit sich gebracht hat, 
beruht auf der Thatsache, daß durch das Überschießen der 
Ladung die Stabilität des Schiffes sich erheblich verringert, 
so daß ein Kentern des Schiffes auch dann eintreten kann, 
wenn bei regelrechter Stauung der Ladung die Anfangs 
stabilität eine genügende war. Diese Verringerung der 
Stabilität hat darin ihren Grund, daß beim Neigen des 
Schiffes nicht allein der Schwerpunkt des Deplacements 
oder Auftriebs sich nach der eintauchenden Seite wendet, 
sondern durch die nach Lee überschießende Ladung der sonst 
fest anzusehende Systemschwerpunkt des Schiffes ebenfalls 
nach dieser Seite verschoben wird, wie aus nebenstehender 
Abb.647 zu ersehen ist. JstF der Schwerpunkt der beweglichenLadung in der aufrechten Lage, 
so geht er bei Neigung des Schiffes infolge Überschießens nach F, über, so daß der System 
schwerpunkt G die Symmetrieebcne verläßt und gleichfalls nach Lee, nach 6t,, wandert. 
Der Hebelarm der Stabilität Gibt wird demnach auf die metazentrische Höhe um 
GE verkleinert. Um sich ein klares Bild über die Wirkung der übergeschossenen Ladung 
machen zu können, diene folgende Betrachtung. Das Gewicht der übergeschossenen 
Ladung wirkt durch den Schwerpunkt derselben vertikal nach abwärts. Verlängert 
man diese Vertikale bis zum Schnittpunkt mit der Symmetrieachse 21,, so kann man 
sich in diesem Punkt das Gewicht der übergeschossenen Ladung konzentriert denken und 
dementsprechend feststellen, ob der hierdurch nach oben gerückte Systemschwerpunkt dem 
Metazentrum so nahe gekommen ist, daß die metazcntrische Höhe eventuell null oder gar 
negativ geworden ist. Außerdem kommt durch das Überschießen der Ladung nach Lee 
eine bedeutende lebendige Kraft auf den Schiffskörper zur Wirkung, tvelche dahin strebt, 
die Neigung des Schiffes in einem Moment zu vergrößern, wo gerade die Stabilität 
durch die Verschiebung der Ladung verringert ist, und so können beide Kräfte auf das 
Kentern des Schiffes wirken. Ähnliche Verhältnisse treten ein, wenn einzelne Räume 
des Schiffes durch Beschädigung der Außenhaut überflutet werden. Wenngleich das ein 
strömende Wasser im Inneren des Schiffes eine möglichst tiefe Lage einnehmen wird, und 
dadurch der Anschein erweckt wird, als ob die Stabilität sich unter allen Ümständen hier 
durch vergrößert, da der Systemschwerpunkt durch das hinzugekommene, tief gelagerte 
Wasser nach unten wandert, so ist dies nur ein Trugschluß, da beim Überneigen des 
Schiffes das ins Schiff eingedrungene Wasser durch das Überschießen seinem Gewicht 
nach in dem Punkt Ni gedacht werden muß, also sehr hoch zu liegen kommt. Die Thatsache, 
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