fullscreen: Der Antwerpener Hafen und die Pariser Wirtschaftskonferenz

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Wettbewerb der fremden Linien setzte Antwerpen instand, 
aile gewünschten Vorteile zu bieten. Um ihre Ladung zu ver- 
vollstândigen, nahmen diese Linien oft bei uns Frachten zu 
niedrigeren Satzen an als in Liverpool oder Hamburg. 
Dieser Sachlage verdankten wir andererseits eine Haufig- 
keit der Schiffsabfahrten verbunden mit einer Mannigfaltigkeit 
von Bestimmungsorten, wie kein anderer Hafen sie aufzuweisen 
vermochte. Aile Hafen der Welt, die einigermaBen von Be- 
deutung waren, standen mit Antwerpen in direkter Verbindung. 
Wenn wir die Tonnage-Statistik der in Antwerpen ein- 
gelaufenen Schiffe mit derjenigen der geladenen oder ge- 
lôschten Waren vergleichen und annehmen, daB einer Netto- 
Registertonne im Durchschnitt eine Ladung von 2000—2500 kg 
entspricht, komxnen wir zu dem Ergebnis, daB die 7056 Schiffe 
bei uns durchschnittlich nur ein Drittel ihres Tonnengehalts 
geloscht und etwa ein Viertel davon geîaden haben. 
Ohne die durch den Wettbewerb geschaffene rege Nach- 
îrage nach Frachten hâtten wir also ganz bedeutend weniger 
Schiffsein- und -ausgange, ohne ihn würden die Schiffe offenbar 
nicht um eine so geringfügige Teilîadung Antwerpen angelaufen 
haben; eine Konzentration der Ladung auî eine geringere An- 
zahl von Dampfern hâtte sich dann von selbst vollzogen, und 
wir waren eines unserer Hauptvorzügc beraubt gewesen. 
Dagegen kônnte man einbrîngen, daB die regelmâBige 
Schiffahrt, die ja gerade in Antwerpen so stark auf den Vorder- 
grund tritt, îm alîgemeinen Schiffsverbanden angeschlossen ist, 
und daB diese mâchtigen Organisationen untereinander Ver- 
einbarungen betreffs Regelung der Abfahrtenfrequenz und der 
Transporttarife zu treffen pflegen. Freilich ist nicht zu leugnen, 
daB die heilsamen Wirkungen des freien Wettbewerbs durch 
letztgenannten Umstand in den meisten Schifîahrtsgeschaften 
stark abgeschwâcht werden, Antwerpen bildet aber in den 
wcitaus meisten Fallen eine Ausnahme, Das hat zunachst in 
dem dort zur Verfügung stehenden reichlichen Schiffsraum 
seinen Grund, und dann in der besonderen Art der Güter, die 
zum Schiffsversand dorthin kommen. Die schweren Güter 
(Eisen- und Stahlwaren, Trager, Eisenbahnschienen usw.), die 
sich für den Versand mit den groBen Linien eignen, sind bei 
uns viel mehr vertreten als in den anderen Hafen, die diese 
Linien anlaufen, Da sie dieser Warengattung bedürfen zur
	        
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