Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Grundlagen  des  Schiffbaues.

FJ

A

\  B

H/H

Die  längs-  und  qncrschiffs  gerichteten  Komponenten  des  Winddrucks  auf  die  Segel
setzen  sich  nun  mit  den  entsprechenden  Widerständen  des  Schiffes  im  Wasser,  dem  Frontbezw.
  Seitenwiderstand,  zu  Kräftepaaren  zusammen,  welche  auf  ein  Niederdrücken  des
Buges  bezw.  Über  neigen  oder  Krängen  des  Schiffes  wirken.  Während  nun  erstere
Wirkung  von  nebensächlicher
Bedeutung  ist,  darf  doch  das
Krängen,  um  dem  Schiffe  genügende ­
  Sicherheit  gegen  Kentern ­
  zu  geben,  ein  bestimmtes
Maß  nicht  überschreiten.  Das
Segelareal  sowie  die  Verteilung ­
  der  Segelfläche  der  Höhe
nach  muß  daher  entsprechend
der  Stabilität  des  Schiffes  gewählt ­
  werden,  während  die
Verteilung  der  Segelfläche  der
Länge  nach  auf  dieManövrierfähigkeit
  des  Schiffes  von  Einfluß  ist.  Ist  z.  B.  (Abb.  657)  AB  die  Kiellinie  des  Schiffes  und
0  die  Lage  des  Schwerpunktes  des  Longitudinalplanes,  d.  h.  derjenige  Punkt,  in  welchem
man  sich  den  gegen  die  Abtrift  wirkenden  seitlichen  Wasserwiderstand  vereinigt  denken  kann,
und  stellen  p,,  p 2 ,  p 3  und  p 4  die  Winddrucke  auf  die  einzelnen  Segel  dar,  in  den  Schwerpunkten ­
  der  Segelflächen  angreifend ­
  gedacht,  so  kann  man
sich  das  Schiff  als  einen  zweiarmigen ­
  Hebel  vorstellen,  welcher ­
  in  dem  Schwerpunkt  des
Longitudinalplans  unterstützt
ist  und  auf  welchen  die  einzelnen ­
  Kräfte  p lr  p 2 ,  p,j  und
p 4  wirken.  Es  findet  nun
Gleichgewicht  statt,  wenn  die
einzelnen  Kräfte  in  ihren  Momenten ­
  um  den  Schwerpunkt
des  Lougitudiualplans  gleich
sind.  Nimmt  man  jedoch  z.  B.
im  Vorschiff  AC  die  Kraft  p,
fort,  so  wird  das  Gleichgewicht
gestört  und  das  Schiff  wird
sich  nach  der  Seite  des  Windes
um  den  Punkt  0  drehen,  d.  h.
das  Schiff  wird  beim  Fortnehmen ­
  von  Vorsegeln  in  den
Wind  drehen,  d.  h.  anluven.
Umgekehrt  wird  das  Schiff
vom  Winde  abdrehen  oder  abfallen, ­
  wenn  man  im  Hinterschiff ­
  Segel  wegnimmt  bezw.
verkleinert  oder  vorn  weitere
Segel  zusetzt.  Das  erstere
Manöver,  d.  h.  das  in  den  Wind  Drehen,  findet  Anwendung,  wenn  man  über  Stag  gehen
will.  Eine  gleiche  Veränderung  der  Gleichgewichtslage  erzielt  man,  wenn  man  unter  Beibehaltung ­
  der  Segelfläche  den  Drehpunkt  0  verschiebt.  Rückt  6  näher  an  A  heran,  also
nach  vorn,  so  erhalten  die  Winddrucke  der  Achtersegel  die  Oberhand,  und  das  Schiff
wird  luvgierig,  d.  h.  es  hat  das  Bestreben,  in  den  Wind  zu  drehen,  was  durch  Legen  des
            
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