Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

Besegelung.

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Gaffelsegel.

Chasse-Mareeseflel.
¡Tr§?

Svrietsecrel.

Steuerruders  auszugleichen  ist.  Da  hierdurch  jedoch  der  Widerstand  des  Schiffes  im
Wasser  vermehrt  und  demnach  an  Fahrt  verloren  wird,  so  muß  man  dahin  streben,  daß
der  Gesamtschwerpunkt  der  Segel  mit  dem  Schwerpunkt  des  Longitudinalplanes  in  eine
Vertikale  fällt.  Eine  geringe  Verschiebung  des  Longitudinalschwerpunkts  kann  man  durch
Umstauung  von  Ballast  erreichen,  und  hiermit  ist  den  Schiffbauern  neben  einer  Änderung
des  Segelrisses  ein  Mittel  an  die  Hand  gegeben,  die  Segeleigenschaft  eines  Schiffes  zu  verbessern. ­
  Die  Verteilung  der  Segelflächen  erfolgt  daher  einmal  mit  Bezug  auf  die  Stabilität ­
  des  Schiffes  der  Höhe  nach,  das  andere  Mal  mit  Bezug  auf  die  Manövrierfähigkeit
der  Länge  nach,  nach  bestimmten  Regeln,  und  hiernach  haben  sich  die  einzelnen  Segelschiffstypen ­
  herausgebildet,  je  nach  der  Form  ihrer  Segel  und  der  Art  der  Bemastung.
Die  gebräuchlichsten  Formen  der  Segel  sind  folgende.  Die  Stagsegel  sind  von
dreieckiger  Form  und  fahren  an  Stagen  oder  Leitern  als  Vorsegel  oder  als  Schratsegel
zwischen  den  Masten.  Die  Raasegel  haben  die  Gestalt  eines  Paralleltrapezes  mit  nach
innen  ausgeschnittener  Unterseite  —  Gillung,  während  die  Gaffelsegel  die  Form  eines
Trapezoides  haben;  sie  werden  an  der  Achterkante  des  Mastes,  an  der  Gaffel  bezw.  dem
Baum  ausgeholt.  Die  Topsegel,  welche  zwischen  Gaffel  und  Mast  bezw.  Stenge  fahren,
haben  die  Gestalt  eines  Dreiecks ­
  oder  Trapezoids.  Bei  den
Bootstakelagen  kommen  neben
den  Stag-  und  Gaffelsegeln  die
Luggersegel  mit  geneigter
Raa,  die  Slidinggunter-Segel
  mit  einer  Gleitstange,
die  lateinischen  Segel,
dreieckige  Segel  mit  steilerRaa,
sowie  die  Sprietsegel  mit
dem  Sprietbaum  zur  Verwendung. ­

Je  nachdem  nun  die  einzelnen ­
  Segel  auf  einen  oder
mehrere  Masten  verteilt  werden, ­
  ergeben  sich  die  verschiedenen ­
  Takelagen  und  Segelschiffstypen. ­
  Ein  Fahrzeug
mit  einem  Mast  und  verhältnismäßig  großem  Gaffelsegel  als  Hauptsegel  sowie  mit
mehreren  Stagsegeln,  Fock  und  Klüver,  als  Vorsegel,  heißt  im  allgemeinen  Kutter.  Je
nach  der  Bauart  des  Schiffsrnmpses  und  den  Küstenstrichen,  an  welchen  sie  verkehren,
findet  man  besondere  Namen,  wie  Schaluppe  oder  Schlup  an  der  Küste  Rügens  und  der
Ostsee,  Jacht,  eine  Art  Schlup  aber  ohne  Stenge  an  der  Nordseeküste,  oder  Lomme  im
Frischen  Haff,  Tjalk  an  der  holländischen  Küste.  Die  Bezeichnung  Kutter  im  besonderen
findet  in  der  Hauptsache  auf  schnellsegelnde  Fahrzeuge,  wie  Zoll-  und  Lotsenkutter,  Segeljachten, ­
  Anwendung.  Die  Segelschiffe  mit  zwei  Masten  gliedern  sich  in  eine  größere
Zahl  von  Typen.  Die  bekannteste  Art  ist  der  Schoner  oder  Schuner.  Beide  Masten
tragen  Gaffelsegel  mit  Topsegel  in  Verbindung  mit  einer  größeren  Zahl  von  Vorsegeln,
Zweimastgaffelschoner  oder  Bor-  und  Achterschoner,  oder  der  Fockmast  erhält  mehrere
Raasegel  an  einer  Stenge,  Schoner  im  besonderen.  Besitzt  der  Fockmast  zwei  Stengen,
Mars-  und  Bramstenge,  und  entsprechend  mehr  Raasegel,  so  nennt  man  das  Fahrzeug
Raaschoner,  Schonerbrigg  oder  Brigantine.  Trägt  der  Großmast  wie  der  Fockmast  mehrere
Stengen-  und  Raasegel,  so  entsteht  die  Brigg.  Für  die  Küstenschiffahrt  und  den  Fischereibetrieb ­
  haben  sich  von  den  zweimastigen  Schiffen  weitere  Abarten  herausgebildet.  So
die  Galeas  bezw.  Galiote,  deren  Großmast  mit  Gaffelsegel  und  Topsegel  etwas  vor
der  Mitte  des  Schiffes  steht,  während  sich  hinten  am  Heck  der  Besanmast  mit  Gaffelsegel  befindet. ­
  Die  Schoner-Galeas  besitzt  einen  Großmast  mit  Raatakelage.  Die  größeren  Segelschiffe ­
  mit  drei  oder  vier  Masten  gliedern  sich,  je  nachdem  sie  vorzugsweise  Gaffel-  oder  Raa-81*


Lugscgel.  Sliding-Gunterlegel.  Schedcck-oder  lateinische  Segel,
es«.  Avale  mit  verschiedenen  Kegeln.
            
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