Full text: Der Weltverkehr und seine Mittel

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Schiffbau. 
die gesteamten Hölzer wieder losgenommen und entsprechend nachgearbeitet oder mit den 
Spanthölzern Provisorisch befestigt. Sind die Zwischendecks-Balkweger angebracht und 
die Zwischendecksbalken eingebaut, so besitzt das Schiffsgerippe genügend Steifigkeit, um 
von außen die gesteamten Außenhautplanken um die Spanthölzer biegen und an denselben 
sofort befestigen zu können. Bei größeren Holzschiffen werden vor dem Anbringen der 
Außenhautplanken eiserne Diagonalschienen, welche sich mittschiffs kreuzen und im Vor- 
und Hinterschiff etwa im Winkel von 45 Grad nach unten verlaufen, auf den Spant 
hölzern eingelassen und mit denselben verbolzt. Sie haben den Zweck, die in der Nähe 
der neutralen Achse des Schiffsrumpfes, d. h. also in der Nähe des Zwischendecks am 
größten auftretenden Schubspan 
nungen aufzunehmen und auf die 
darunter und darüber liegenden 
Plankengänge zu übertragen. Ohne 
derartige Diagonalbänder müßte die 
Übertragung der Schubspannung 
von einem Plankengang zu dem be 
nachbarten, außer der durch die 
spätere Kalfaterung mittels Werg 
verursachten Reibung der Planken 
nähte gegeneinander, durch die 
Bolzen erfolgen, mit welchen die 
Außenhaut und die Wegerungs- 
Planken an den Spanthölzern be 
festigt werden. Da die Anzahl der 
zuschlagenden Bolzen jedoch beschränkt 
ist, so genügen dieselben bei größe 
ren Schiffen nicht, um die Schub 
spannungen aufzunehmen; auch 
werden die Hölzer durch den Druck 
des härteren Bolzenmaterials zu 
sammengepreßt und die Bolzen auf 
diese Weise bei dem Hin- und Her- 
wraken des Schiffes in See leicht 
lose. An Stelle der eisernen Diago 
nalschienen werden auch wohl die 
Wegerungsplanken in der Nähe der 
neutralen Achse nicht horizontal, son 
dern etwa um 45 Grad geneigt zum 
Kiel und zwar abwechselnd nach vorn 
oder hinten abfallend angeordnet 
und auf diese Weise zu Zug- und 
Druckorganen ausgebildet. Diese sogenannte Diagonalwegerung wird in Gruppen von 
5 bis 7 Planken ausgeführt, welche oben in den Balkwegern, unten in den Kimmwegern 
bezw. dem Wassergang des Zwischendecks treppenförmig eingelassen werden, so daß sie sich 
nicht verschieben können. Eine Befestigung derselben mittels Bolzen ist nur so weit er 
forderlich, daß sie beim Arbeiten des Schiffes nicht lose werden (Fig. 669). 
Das Anbringen der Außenhautplanken und der Wegerung erfolgt meist zugleich 
an drei Stellen des halben Spantumfangs, am Kiel mit dem Kielgang, an der Kimm mit 
dem Kimmgang und in Höhe des Zwischendecks mit den Bergholzplanken. Die Außen 
hautplanken werden aus eichenen Stämmen geschnitten und erhalten rechteckigen Quer 
schnitt, nur die Kielgänge werden entsprechend der Form der Kielsponung fünfseitig 
bearbeitet. Die Stärke der Planken ist je nach der Lage am Spant verschieden. Am 
stärksten wählt man die Kielplanken zur Seite des Kiels und die in der Nähe der neu 
tralen Achse des Schiffsrumpfes liegenden Bergholzplanken. Man erzielt für letztere 
669. Guerschnitt rrner Korvette. 
a Halbe Vodenwrange. b Vodenwrange. c Kimmstück, d Auflanger, 
e Tovstück. f Kiel. g Loskiel. h Kielschwein, i Kielplanken, k Boden- 
planken. 1 Kimmplanken, m Bergholzplanken, n Schergang. v Kielweger. 
P Stoßweger. q Balkenweger, r Diagonalwegerung, s Wassergang. 
t Setzweger. u Zwischendecksbalken, v Oberdecksbalken. w Balkenknie, 
x Deckplanken, y Fink netz kästen, z Rüst.
	        
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