Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

656  .Schiffbau.
gebaut,  gegen  welche  alsdann  die  gekürzten,  sogenannten  halben  Balken  abstoßen.  Dieselben
ruhen  auf  den  Schlingen  in  einer  Lippe  und  werden  mit  denselben  durch  flaches  förmige
Schienen  verbunden.  Besondere  Sorgfalt  erfordert  der  Einbau  der  Mastbalken  und
Mastschlingen,  zwischen  welchen  die  Masten  in  den  Hauptdecks  festgekeilt  werben.  Der
Raum  zwischen  Balken  und  Schlingen  wird  zu  diesem  Zweck  durch  Füllhölzer  —  Mastfisch
  —  ausgefüllt,  und  für  den  Durchgang  des  Mastes  wird  ein  elliptisches  Loch  gelassen.
Zwischen  Mast  und  diesen  Füllstücken  werden  dann  kieferne  Mastkeile  eingetrieben.  Die
Mastbalken  sind  mit  den  Spanten  durch  eiserne  Klammern  sowie  mit  diesen  und  mit  dem
Balkenweger  durch  horizontale  Kniee,  welche  von  Balken  zu  Balken  reichen,  verbunden.
Im  Bug  und  Heck  werden  die  Decksbalken  durch  entsprechende  Kniehölzer  —,  Bug  und
Heckbänder  —  ersetzt,  und  zwischen  den  Decks  werden  meist  noch  eiserne  Bänder  zur
Verbindung  der  beiden  Schiffsseiten  eingefügt.  Sind  die  Decksbalken  mit  dem  Setzbord
und  den  Wassergängen  eingebaut,  so  beginnt  man  mit  dem  Legen  der  Decksplanken.  Sie
haben  in  der  Hauptsache  den  Zweck,  den  Schiffsraum  nach  oben  gegen  Feuchtigkeit  wasserdicht ­
  abzuschließen.  Man  verwendet  als  Decksplanken  vorzugsweise  Hölzer  mit  großem
Harzgehalt,  welche  verhältnismäßig  wenig  Wasser  aufnehmen  und  daher  der  Fäulnis
lange  widerstehen.  Kiefern,  Fichten,  sowie  die  amerikanischen  Abarten,  Litell  pine,
Yellow  pine,  White  pine  werden  als  Decksplankenmaterial  fast  ausschließlich  verwendet.
Die  Planken  müssen  möglichst  splint-  und  astfrei  sein;  sie  erhalten  rechteckigen  Querschnitt
mit  geringer  Abfasung  der  Seiten  nach  oben  zur  besseren  Aufnahme  des  Dichtungsmaterials ­
  —  Werg  und  Teerpech.  An  den  Stellen  des  Decks,  welche  starker  Abnutzung
ausgesetzt  sind,  wie  z.  B.  unter  dem  Ankerspill  und  den  Ankerketten  verwendet  man
härtere  Hölzer  aus  Teakholz  —  Fischungsplanken.  Da  die  Decksplanken  nicht  geeignet
sind,  größere  Zugspannungen  zu  übertragen,  wendet  man  bei  größeren  Segelschiffen
eiserne  Längs-  und  Diagonalbänder  an,  welche  auf  den  Balken  eingelassen  werden  und
den  Druck  und  Zug  der  Masten  auf  alle  Balken  und  die  Spanten  gleichmäßig  übertragen.
Der  Abschluß  des  Raumes  zwischen  Außenhautbeplankung  und  Wegerung  erfolgt
oberhalb  des  Oberdecks  durch  den  Schandeckel;  er  bedeckt  zugleich  die  Hirnenden  der
Spantauflanger  und  schützt  sie  gegen  Feuchtigkeit  und  Fäulnis.  Die  Befestigung  des
Schandeckels  erfolgt  einerseits  auf  dem  Wassergaug  des  Oberdecks,  anderseits  aus  dem
Farbegang  der  Außenhaut.  Bei  größeren  Schiffen  besteht  er  aus  zwei  Breiten.  Er  wird
in  der  Regel  durch  die  Relingstützen,  Verlängerungen  der  Auflanger,  durchbrochen  und
an  diesen  Stellen  abgedichtet.  Erhält  das  Schiff  Back  und  Kampagne,  so  liegt  der
Schandeckel  in  diesen  Decks.  Bei  Kriegsschiffen  —  Linienschiffen  —  bildet  der  Schandeckel ­
  zugleich  den  unteren  Drempel  der  Geschützpforten.  Die  Relingstützen  erhalten
außen  eine  Bekleidung  von  dünnen  kiefernen  Planken  —  Schanzkleid  genannt.  Zum
Abfließen  von  überkommenden  Seen  erhält  das  Schanzkleid  eine  größere  Zahl  von
Sturzpforten.  Den  Abschluß  des  Schanzkleids  nach  oben  bildet  die  Relingleiste,  eine  nach
beiden  Seiten  abgerundete  Planke,  welche  auf  den  Relingstützen  verzapft  ist.  Bei
größeren  Schiffen  erhält  die  Relingleiste  noch  einen  Aufsatz  durch  die  Oberreling,
welche  im  Bereich  der  Ladeluken,  der  Fallreeps  u.  s.  w.  zum  Losnehmen  eingerichtet  ist.
Bei  Kriegsschiffen  bildet  der  Finknetzkasten,  ein  rinnenförmiger  Raum  zum  Stauen  der
Hängematten,  den  oberen  Teil  des  Schanzkleids,  und  alsdann  reichen  fast  alle  Spanten
bis  zum  Boden  des  Finknetzkastens.
Die  Verbindung  der  einzelnen  Bauhölzer  —  Spanten,  Außenhaut,  Wegerung  —
geschieht  zunächst  mit  einigen  Stumpfbolzen.  Erst  beim  Anbringen  der  Außenhaut
und  der  Wegerung  erfolgt  die  endgültige  Befestigung  mit  Durchbolzen  und  Holznägeln.
Für  leichtere  Bauteile  verwendet  man  auch  Spieker  und  Nägel.  Die  Zahl  der  Durchbolzen ­
  der  Außenhautplanken  hängt  von  der  Breite  der  Planken  ab,  und  man  unterscheidet ­
  einfache,  doppelte  und  gemischte  Befestigung,  je  nachdem  aus  jedem  zweiten
Spantholz  bezw.  auf  jedem  Spant  ein  oder  zwei  Bolzen  geschlagen  werden.  Die  Durchbolzen ­
  werden  stets  an  dem  Fußende  über  einem  Klinkring  verklinkt.  Das  Material  der
Bolzen  ist  Eisen  oder  Kupfer,  und  zwar  sind  letztere  im  Bereich  des  metallenen  Bodenbeschlags ­
  notwendig,  da  sonst  durch  die  galvanische  Wirkung  im  Seewasser  das  Eisen
            
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