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Schiffbau: Schiffsmaschinen.
Zur Vervollkommnung der Dampferzeugung, d. h. zur Steigerung der Wirkungs
grade des Kessels kamen folgende Hilfsmittel in Aufnahme: 1) Anwendung künstlichen
Zuges zur Steigerung der Verbrennung in den Feuerungen, 2) Vorwärmung der Ver
brennungsluft, 3) Vorwärmung des Speisewassers, 4) Verwendung von destilliertem
Wasser zur Speisung der Kessel mit hohen Dampfspannungen, um Salzablagerungen im
Kessel zu verhüten, wodurch die Wärmeabgabe von den Heizgasen nach dem Kesselwasser
begünstigt wird. Man hat auf diese Weise den Wirkungsgrad einzelner Kessel bis auf
85 Prozent gesteigert, dagegen haben die Maschinen sowie der Triebapparat in ihrem
Wirkungsgrad nur geringe Aufbesserungen erfahren.
Die Verminderung des Maschinengewichts pro indizierte Pferdestärke ist in der
Hauptsache erreicht: 1) durch die Steigerung der Kolbengeschwindigkeit bezw. Vergrößerung
der Umdrehungen der Kurbelwellc, 2) durch Einführung des künstlichen Zuges und Ver
wendung von Wasserrohrkesseln, sowie 3) durch Verwendung der besten Baumaterialien und
Herabgehen auf den geringsten zuverlässigen Sicherheitskoeffizienten. Die Vergrößerung
der Umdrehungsanzahl gestattete, die Cylinderabmessungen zu verringern, während der
Wirkungsgrad der Schraube, wie man anfänglich befürchtete, hierdurch nicht beeinträchtigt
wurde. Die Kolbengeschwindigkeit wurde von 2 m bis auf 5 m pro Sekunde, in ein
zelnen Fällen — Torpedobootsmaschinen — sogar bis auf 7,5 m vergrößert, während
die minütliche Umdrehungszahl der Maschinen für größere Maschinen sich auf 140, für
Torpedofahrzeuge sogar bis auf 400 steigerte. Die erhöhte Umdrehungszahl der Maschinen
erforderte zwar eine Vergrößerung der Lagerflächen, doch wurde die Gleichmäßigkeit des
Ganges und dementsprechend die Beanspruchung der Welle durch die Verwendung von
Drei- und Viercylindermaschinen eine günstigere.
Durch die Einführung des künstlichen Zuges ergab sich eine lebhaftere Verbrennung
auf dem Rost, so daß pro 1 qm Rost im Verhältnis mehr indizierte Pferdestärken erzeugt
werden konnten. Man konnte sich dementsprechend mit einer geringeren Gesamtrostfläche
begnügen und auf diese Weise die Größe und das Gewicht der Kessel verringern. Die
Pressung des Unterwindes wurde anfänglich bis ans 150 mm Wassersäule gesteigert,
jedoch ging man bald bis auf 30 und 12 mm zurück, da die Kessel durch den höheren
Winddruck mit Bezug auf ihre Haltbarkeit sehr beansprucht wurden und erhebliche Leckagen
zeigten. Eine weit günstigere Wirkung mit Bezug aus Gewichtsersparnis erzielten die
sogenannten Wasserrohrkessel, infolge Verkleinerung des Wasserraumes des Kessels sowie