Full text: Der Weltverkehr und seine Mittel

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Entwickelung der Schiffspanzer. 
Sandwichsystem. Da die Widerstandsfähigkeit einer Panzerplatte gegen das Durch 
schlagenwerden mit dem Quadrat ihrer Dicke wächst, so bedingte das Sandwichsystem 
fraglos eine relative Schwächung des Panzers; dieselbe wurde indessen um so unbedenk 
licher mit in den Kauf genommen, als die bessere Qualität jeder einzelnen Platte den 
Verlust zum großen Teil wieder einbrachte. Ein Beispiel des Sandwichpanzers haben 
wir in den deutschen Panzerschiffen der Sachsenklasse, deren Panzerung aus 254 mm 
plus 152 mm dicken Walzeisenplatten besteht, die in Dillingen 
stellung dieser Schweißeisenplatten erfolgte in der Hauptsache 
derart, daß zwischen zwei äußeren, 80 mm starken Deckplatten 
Schweißeisenpakete aufgeschichtet wurden. Das Ganze wurde in 
einem Glühofen auf Schweißhitze gebracht und dann unter einer 
schweren Walze geschweißt und auf die richtige Dicke herunter 
gewalzt. Um die Materialspannungen zu entfernen, wurden die 
Platten nach dem Walzen ausgeglüht. 
Als mit Hilfe des Sandwichpanzers der verlangte Schutz 
auch selbst von dem vitalsten Teile des Schiffes nicht mehr er 
reicht werden konnte — durch die Vermehrung der Plattenzahl 
ergab sich überdies ein erhebliches Mehrgewicht an Panzer - 
suchte man durch Verbesserung des Panzermaterials die Über 
legenheit wieder auszugleichen. Bahnbrechend wirkte hierbei 
Schneider in Creuzot, welcher bereits im Jahre 1876 für 
eine Vergleichsbeschießung von Panzerplatten auf dem Schieß 
platz von Muggiano eine 550 mm starke Stahlplatte zur 
Verfügung stellte. Bei diesem Schießversuch konkurrierten neben 
der Schneiderschen Platte ebenso starke englische und französische 
Walzeisenplatten sowie ein Sandwichpanzer, welcher aus 250 
plus 300 mm starken Platten bestand. Alle drei Panzersorten 
wurden der Einzelbeschießung sowie dem konzentrierten Salven- 
fcuer aus 25 cm und 28 cm Arinstrvnggeschützen unterworfen, 
und schließlich wurde noch die 100 Tonnen-Armstrongkanone 
von 43 cm Bohrung gegen dieselben ins Feld geführt. Wäh 
rend die 550 mm dicken soliden Walzeisenplatten von dem 
1000 kg schweren Geschoß dieses Geschützes glatt durchschlagen 
wurden und die Platte selbst in Stücke ging, auch die Sand 
wichplatten mit Kraftüberschuß durchschossen wurden und die 
äußere 300 mm dicke Platte zu Bruch ging, ließ die Stahl 
platte von Schneider das Geschoß nicht durch, ging aber eben 
falls vollständig zu Bruch. 
Die Überlegenheit des Stahls gegenüber dem Schweiß- 
eisen war hiermit klargestellt, jedoch erregte die große Neigung 
des Stahls zum Reißen ernste Bedenken, und so war das 
weitere Streben dahin gerichtet, diesen Fehler der Stahlplatten 
zu beseitigen. Es wurden zur Erreichung dieses Zieles zwei 
getrennte Wege eingeschlagen. In England kam die Firma 
Cammel L Co. in Sheffield auf den glücklichen Gedanken, 
Stahl und Eisen in einer Panzerplatte durch Schlveißung zu vereinigen. Man nannte 
diesen Panzer daher auch den Compoundpanzer. Der Zweck dieser Bereinigung war 
der, daß man die außen liegende, harte Stahlplatte zur Zurückweisung und Zertrümme 
rung des anfressenden Geschosses nutzbar machen wollte, wogegen die größere Zähigkeit 
und Weichheit der schmiedeeisernen Grundplatte die etwa reißende Stahlplatte zusammen 
halten sollte. Die Fabrikation dieser Compvundplatten nach dem Patent von Alex. Wilson 
dieser Firma besteht darin, daß auf eine auf Rotglut erhitzte Eisenplatte, welche auf einer 
gußeisernen Bettung gelagert und mit gußeisernen Leisten umgeben ist, flüssiger Stahl 
aufgegossen wird, wobei die wesentlich höhere Temperatur des Stahls gegenüber der 
gefertigt sind. Die Her- 
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