Full text : Die Zucker-Industrie auf Cuba

55000  Tonnen,  für  1877/80  ciuf  je  50000,  für  1881  auf  45000,  und  für
1882/83  auf  jährlich  4000O  Touueu  angegeben.  Indessen  ist  kaum  anzunehmen, ­
  daß  in  1874  der  Verzehr  so  viel  bedeutender  gewesen  sein  sollte,
da  in  jenem  Jahre  der  Aufstand  bereits  seinen  Höhepunkt  erreicht  hatte.
Ein  Correspondent  aus  Havana  vom  Jahre  1886  bemerkt  auch,  er  habe
früher  einen  Verbrauch  oou  40000  Tonnen  für  richtig  gehalten,  was  bei
einer  Bevölkerung  von  1  472000  Seelen  fast  61  //.  pro  Kopf  ausmache;
indessen  glaube  er  doch  jetzt  50  OO0  Tonnen  annehmen  zu  müssen.  Allerdings ­
  rechnete  ein  Bericht  aus  Matanzas  vom  Jahre  1872  sogar  600000Kisten
für  den  Verbrauch  der  Insel,  aber  ohne  Angabe  des  Gelvichts  der  Kiste.
Würde  dieselbe,  loie  in  dell  letzten  Jahren  üblich,  zu  16  arroben,  gleich
400  //.  span.,  gerechnet,  so  gäbe  das  über  110000  Tonnen,  für  die  damalige
Bevölkerungszahl  nahezu  80  kg  auf  den  Kopf,  und  jedenfalls  zu  viel.  Ein
anderer  Bericht  alls  1881  nimmt  nur  ungefähr  300O0  Tonnen  jährlich  an,
ein  fernerer  aus  1885  wieder  35O0O  Tonnen,  einer  aus  1886  dann  40  000,
und  ein  zweiter  aus  demselben  Jahre  nieint,  daß  die  bisherige  Schätzung
von  4OOO0  Tonnen  wohl  zu  gering  ansfalle,  man  könne  jetzt  50000  annehmen. ­
  Dagegen  geht  eine  Mittheilung  aus  1887  wieder  auf  35  000  Tonnen
zurück.  Die  Angaben  ans  den  letzten  Jahren  schwanken  also  zwischen  23  %
und  33  Y,  kg  pro  Kopf.  Die  Unsicherheit  ist  bei  dem  Mangel  jeder  Statistik
und  bei  der  Ungewißheit  betreffs  der  Höhe  der  Verarbeitung  wohl  begreiflich. ­
  Man  darf  wohl  annehlneil,  das;  vorerst  eine  wesentliche  Steigerung
des  Verbrauchs  kanln  zìi  erwarten  ist.  Jni  übrigen  kommt  es  aus  die
Höhe  desselben  nur  all  bei  Schätzung  der  Produktion,  welche  sich  zusammensetzt ­
  aus  der  ausgeführten  Meilge  und  ans  der  verbrauchten  bez.  am  Jahresschluß ­
  verbliebellen  Menge,  da  eine  Einfuhr  überhaupt  nicht  stattfindet.
Sv  einfach  danach  die  Sache  zu  liegen  scheint,  lvird  gleichwohl  auch
die  Jahres-Produktion  verschieden  angegeben.  Die  beifolgende  Tabelle  zeigt
die  Ausfuhr,  Consnni  und  Beställde  für  die  Jahre  1868  bis  1886.  Sie
stützt  sich  auf  die  deutschen  Cousulatsberichte,  deren  Angaben  den  amtlichen
Listen  entnommen  sein  sollen.  Die  Genauigkeit  dieser  Listen  wird  gelegentlich
  als  eine  sehr  zweifelhafte  bezeichnet;  sie  sollen  durchaus  nicht  die  gesaininte
  Ausfuhr  enthalten,  lveil  vieles  heimlich  ausgeführt  lverde,  um  den
Zoll  zu  sparen.  Dies  mag  in  der  That  geschehen.  Nirgends  wird  den
spanischen  Zollbeamten  Unbestechlichkeit  nachgerühmt;  Länder  mit  so  ausgedehnter ­
  Küstengrenze  loie  Cuba  silld  überaus  schwer  von  ben  Zvllwüchtern
( ;n  bewachen.  Es  wäre  daher  wunderbar,  wenn  der  Versuch  einer  Umgehung
  des  Ausgangszoües  nicht,  und  nicht  mit  Erfolg  gemacht  wäre.
Die  Berichte  der  deutschen  Consularbeamten  werden  durch  das  Handelsarchiv ­
  veröffentlicht.  Leider  geben  die  darin  mitgetheilten  Zahlen  zu  Zweifeln
Anlaß.  Die  Angaben  der  Consuln  in  den  einzelnen  Hafenplätzen  stimmen
häufig  nicht  unter  sich,  und  nicht  mit  denen  in  den  Jahresberichten  des  Ge-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.