fullscreen: Das Flammenzeichen vom Palais Egmont

147 Der Kampf um Indonesiens Unabhängigkeit. 
im Innern von Neu-Guinea, wo sie jeglichen Kontakt mit der Außenwelt 
verlieren, verschickt. 
Das ist das traurige Resultat der holländischen Kolonialverwaltung. 
Während ihrer 300jährigen Herrschaft war es eine fortwährende Unter- 
drückung eines friedlichen Volkes. 
Wir wollen keinen Augenblick verneinen, daß in unserem Lande moderne 
Betriebe eingeführt, und daß Methoden moderner Produktion angenommen 
wurden. Aber es sind dies Unternehmungen der Europäer, von deren Ge- 
winne nur die Fremden profitieren. Nie hat die Regierung eine gewissenhafte 
Anstrengung gemacht, um die Produktionsmethode der Eingeborenen zu ver- 
bessern. Wir indonesische Nationalisten verstehen sehr gut, daß das Wachs- 
tum unseres gemeinsamen Wohlstandes nur möglich ist, wenn wir uns selbst 
ans Werk machen. 
Das kleine Holland, das gegen ein Volk von 50 Millionen Seelen 
so viel Ungerechtigkeiten begeht, und ihm einen verhaßten und aufgezwunge- 
nen „Schutz“ gewährt, behauptet außerdem, daß Indonesien noch nicht für 
die Unabhängigkeit reif sei. Diese Darstellung der Dinge ist trügerisch. Es 
ist nicht Indonesien, das für die Unabhängigkeit nicht reif wäre, sondern es 
ist Holland, das nicht fähig ist, ein Volk, größer und mit einer älteren 
Kultur, als es selbst besitzt, zu erziehen. Für ein solches Ziel fehlt, ihm 
die Fähigkeit und der Wille. Wie könnte eine kleine Nation von 7 Millionen 
Seelen, deren Wohlstand vollständig von den kolonialen Reichtümern ab- 
hängt, ihre sogenannte historische Pflicht erfüllen, ein siebenmal größeres 
Volk zu erziehen? Aber ist es wirklich wahr, daß Indonesien noch nicht reif 
ist zur Unabhängigkeit? Wir bestehen darauf, zu erklären, daß das indonesi- 
sche Volk die Fähigkeit besitzt, sich selbst zu regieren. Seit den urältesten 
Zeiten sind die politischen Einrichtungen der Indonesier auf dem Prinzip 
der Selbstregierung aufgebaut, sogar bis in den Aufbau der kleinsten 
Dörfer. Das indonesische Volk hat einen natürlichen Sinn für die Demo- 
kratie. Was die heutige Lage anbelangt, so sind schon mehr als 809/9 der 
Kolonialbeamten Indonesier. Wir müssen nur die kleine obere Schicht der 
hohen Beamten ersetzen, die sich gegenwärtig aus Holländern zusammensetzt, 
und dann sind wir am Ziel! Und für-dies verfügen wir über genügend in- 
tellektuelle Kapazitäten. Übrigens anerkennt die hohe holländische Beamten- 
schaft selbst, daß die indonesischen Verwaltungsbeamten, vom Regenten bis 
zum kleinsten Funktionär, ausgezeichnete administrative Qualitäten besitzen. 
Es ist der Fehler des Kolonialsystems selbst, wenn in diesem Milieu bisweilen 
die Moral fehlt, weil es nicht erlaubt ist, seiner Meinung frei Ausdruck 
zu geben. Aber das ist nur die logische Folge des Erziehungssystems der 
holländischen Kolonialpolitik, das darin besteht, soviel als möglich eine 
Sklavenmentalität zu schaffen. Und diese Situation wird sich in dem Augen- 
blicke verändern, da die Indonesier das Recht haben werden‘ über sich selbst 
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