Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Die  Welttelegraphie.

Die  Anforderuitgen,  welche  an  die  Einrichtung  einer  Fernsprechvermittelungsanstalt
gestellt  werden  müssen,  wachsen  nicht  in  gleichem  Verhältnis  mit  der  Zahl  der  Teilnehmerleitungen, ­
  sondern  in  einem  wesentlich  höheren.  Daher  kommt  es,  daß  Einrichtungen,
welche  für  kleinere  Fernsprechnetze  ihren  Zweck  vollständig  erfüllen,  für  größere  Fernsprechanlagen ­
  unzureichend  sind,  und  daß  wiederum  auch  die  Einrichtungen  großer  Vermittelungsanstalten ­
  sich  als  unvollkommen  erweisen,  sobald  eine  weitere  Steigerung  der
Teilnehmerzahl  eintritt.  Die  sich  hieraus  ergebenden  Schwierigkeiten  hat  man  zunächst
dadurch  zu  umgehen  versucht,  daß  man  statt  einer  Vermittelungsanstalt  mehrere  solche
einrichtete.  Die  Vermehrung  der  Vermitteluugsanstalten  ist  aber  für  den  Betrieb  nicht
förderlich,  lveil  die  Verbindung  der  an  zwei  verschiedene  Vermittelungsanstalteu  angeschlossenen ­
  Teilnehmer  in  der  Regel  die  Mitwirkung  von  drei  Beamten  und  demnach
auch  mindestens  die  dreifache  Zeit  beansprucht.  Abgesehen  von  den  höheren  Betriebskosten, ­
  welche  das  Verfahren  erfordert,  entstehen  für  die  Teilnehmer  durch  die  verzögerte
Ausführung  der  Verbindungen  viele  Unbequemlichkeiten,  und  es  leidet  auch  die  Sicherheit ­
  des  Betriebes  in  nicht  geringem  Maße.  Gleichwohl  wird  man  dieses  Auskunftsmittels
nicht  immer  entraten  können.  Schon  jetzt  sind  nach  dieser  Richtung  bedeutende  Fortschritte

837.  Linke  untere  Gcke  eines  Klappcnschrankes.

838.  Stromtaufskixxr.

zu  verzeichnen,  so  daß  es  möglich  geworden  ist,  in  einer  Vermittelungsanstalt  bis  zu
12  500  Teilnehmerleitungen  unterzubringen,  während  man  anfangs  nicht  wagte,  mehr
als  etwa  200  Teilnehmerleitungen  in  einer  Vermittelungsstelle  zu  vereinigen.
Die  für  eine  Fernsprechvermittelungsanstalt  erforderlichen  Apparate  bestehen  der
Hauptsache  nach  in  der  Anrufsvorrichtung,  durch  welche  die  Beamten  der  Vermittelungsstelle ­
  seitens  der  Teilnehmer  von  ihrem  Wunsche,  mit  anderen  Teilnehmern  sprechen  zu
wollen,  benachrichtigt  werden,  und  in  der  Umschaltevorrichtung,  mittels  deren  die  einzelnen
Teilnehmerleitungen  untereinander  verbunden  werden.
Als  Anrufsvorrichtung  wird  allgemein  ein
elektromagnetisches  Apparatsystem  verwendet.  Über
einem  Elektromagneten  ist  ein  leicht  drehbarer  Anker
angebracht,  welcher  im  Ruhezustände  mittels  eines
aufgesetzten  Häkchens  eine  Fallscheibe  festhält.  Geht  ein  elektrischer  Strom  durch  die
Drahtumwindungen  des  Elektromagneten  e  (Abb.  836),  so  erfolgt  die  Anziehung  des
Ankers  A,  und  die  bisher  durch  das  Häkchen  II  festgehaltene  Scheibe  wird  durch  eine
kleine  Blattfeder  B  abgedrückt,  bzw.  zum  Fallen  gebracht,  wobei  sie  sich  auf  den  kleinen
Stift  I  auflegt.  Hinter  der  Fallscheibe  befindet  sich  die  Nummer  der  mit  dem  betreffenden ­
  Anrufsapparat  verbundenen  Teilnehmerleitung,  und  der  Beamte  wird  daher  durch
das  Fallen  der  Klappe  sofort  in  Kenntnis  gesetzt,  welcher  Teilnehmer  zusprechen  wünscht.
—  Die  von  den  verschiedenen  Verwaltungen  benutzten  Anrufsapparate  stimmen  im
            
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