Full text: Der Weltverkehr und seine Mittel

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Die Weltwirtschaft. 
Heute beträgt die gesamte Wollerzeugung der Erde ungefähr 1240 Millionen kg; 
davon entfallen auf: 
:opa: Außereuropäische Länder: 
2S0 Millionen kg, 
ISO 
200 
70 
90 
Europa: 
Außereuropäisch 
Rußland .... 
190 Millionen kg, 
Australien 
England .... 
80 
„ 
„ 
Nordamerika .... 
Frankreich .... 
40 
„ 
„ 
Südamerika (Argentinien 
das Deutsche Reich . 
22 
„ 
„ 
und Uruguay) . 
Österreich-Ungarn . 
20 
„ 
„ 
Afrika (Kap, Natal). . 
Spanien und Portugal 
25 
„ 
„ 
Asien 
Italien 
10 
„ 
„ 
Zusammen 
das übrige Europa . 
23 
„ 
„ 
Zusammen 410 Millionen kg. 
In der Wollverarbeitung nimmt Großbritannien immer noch den ersten Rang 
ein. Es waren hierbei ähnliche Verhältnisse maßgebend tüte in der Baumwollindustrie, 
doch war seine Stellung hier niemals eine gleich überragende wie auf jenem Gebiete, da 
die Wollverarbeitung auf dem europäischen Festlande zur Zeit, als die industrielle Ent 
wickelung Englands begann, viel allgemeiner verbreitet und weiter fortgeschritten war als 
die Baumwollindustrie. Es sei hier nur an die alte Blüte der Tuchindustrie in den 
flandrischen und rheinischen Städten erinnert. 
Den zweiten Rang in der Wollindustrie hat heute das Deutsche Reich inne, das 
in den letzten 30 Jahren die Zahl seiner Spindeln nahezu verdreifacht hat. Diesem 
folgen die Vereinigten Staaten und Frankreich, dann in weiteren Abständen Belgien und 
Österreich. Genaueres über die Zahl der Spindeln und Webstühle in den genannten 
Ländern enthält folgende Zusammenstellung: 
Spindeln 
Mechanische 
Webstühle 
1870 
1897 
1897 
Großbritannien 
4 958 000 
6 700 000 
140 000 
Deutschland 
2 430 000 
3 600 000 
80 000 
Amerika 
1 472 000 
3 600 000 
78 000 
Frankreich 
2 730 000 
3 500 000 
72 000 
Belgien 
1 260 000 
1 600 000 
31 000 
Österreich-Ungarn .... 
610 000 
800 000 
47 000 
Flachs, Hanf und Jute. Neben der Wolle ist die Faser der Flachspflanze der 
älteste von den europäischen Völkern verwendete Spinnstoff. Seit der Einführung der 
Baumwolle hat jedoch seine Verwendung an Umfang eingebüßt, und in neuerer Zeit ist 
der Flachsbau in Europa erheblich zurückgegangen. Der durch die Konkurrenz der Baumwoll- 
gewebe verursachte Preisfall des Flachses ließ den Anbau anderer Approvisionierungs- 
gewächse, namentlich jenen der Zuckerrübe, vielfach als lohnender erscheinen. Der Flachsbau 
hat daher selbst in solchen Ländern, die dafür vorzüglich geeignet sind, wie z. B. Irland, 
bedeutend nachgelassen. 
Für die Ausfuhr wird Flachs nur noch in Rußland und in den Niederlanden ge 
baut. Alle übrigen Staaten decken nur ihren eigenen Bedarf oder nicht einmal diesen. 
Die Länder mit entwickelter Flachsindustrie sind zum größten Teile auf die Einfuhr des 
Rohstoffes angewiesen. 
Für das Jahr 1890 wird die europäische Flachsernte auf 525 Millionen kg geschätzt, 
welche sich auf die einzelnen Länder folgendermaßen verteilen: 
Rußland . 
Deutschland 
Österreich . 
Frankreich 
Belgien 
Irland 
Italien 
. . 341 100 t 
Niederlande . . 
. . 24 992 „ 
Ungarn . . . 
. . 38 548 „ 
Schweden . . . 
. . 22 034 „ 
Finnland . . . 
. . 20 440 „ 
Dänemark . . 
. . 19 624 „ 
Großbritannien . 
. . 18 700 „ 
Griechenland . . 
Zusammen 505 038 t. 
9 324 t 
5 161 „ 
2 079 „ 
1 890 „ 
558 „ 
467 „ 
121 „
	        
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