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Italien und China liefern die Rohseide. Die Seiden
raupenzucht in der Südschweiz vermag infolge der ausländischen
Konkurrenz und einer weit verbreiteten Krankheit
des Maulbeerbaumes eine nur geringe Menge von
Rohseide beizusteuern, die zum Teil an Ort und Stelle
gesponnen wird. Die Hauptaussuhr an Zürcher Seidenstoffen
geht nach den Vereinigten Staaten und nach
England. Was an diesen Waren in der Schweiz bleibt,
beläuft sich auf jährlich 8—10 Will. Fr. Immerhin ist
der Selbstverbrauch nicht so hoch, da für einen ansehnlichen
Betrag Seide an den Fremdenorten verkauft wird.
Die Seidenindustrie Basels geht auf die Mitte des
16. Jahrhunderts zurück, da Locarner und französische
Hugenotten in der Stadt Aufnahme fanden. Reben der
Spinnerei und der Färberei ist das Weben von Seidenbändern,
die „Posamenterie", der wichtigste Zweig der
Industrie geworden. Die Bandweberei ist außerdem im
höher gelegenen Teil Basellands und in den angrenzenden
Bezirken der Kantone Aargau und Solothurn verbreitet,
wo sie meist als Hausarbeit einen Nebenverdienst zur
Landwirtschaft einbringt. Es bedeutet für die Posamenterie
einen schweren Nachteil, daß der Verkauf von Jahr
zu Jahr stark schwankt, je nachdem die launenhafte Diode
die Seidenbänder begünstigt oder übergeht. Die ins
Ausland verkauften Bänder machen alljährlich den Wert
von 30—45 Mill. Fr. aus (1918 41 Mill. Fr.). Mehr
als die Hälfte davon geht nach England. Die Florettspinnerei
Basels erzielt überdies einen Absatz von nahezu
30 Mill. Fr.
Inmitten des Stickerei- und Bamnwollbezirkes an
der Ostgrenze des Landes trifft man einen besonderen,
räumlich beschränkten Zweig der Seidenindustrie. Die
Leute im appenzellischen Wolfhaldcn und Lutzenberg weben
die Seidengaze, die unter dem Namen Bcuteltuch in der
Müllerei gebraucht wird. Hauptabnehmer sind die Vereinigten
Staaten und Deutschland. Der Jahresexport
hat einen Weit von 5 Mill. Fr. (1912). Die Beutelluch-Ausfuhr
Basler Seide
Ausfuhr
Beuteltuchweberei
von
Lutzenberg