Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Amerikanische  Bahnprojekte.  Die  panamerikanische  Bahn.

2.  je  eine  vorhandene  mexikanische  Überlandverbindung  zwischen  Tampieo  und  Manzanillo
  und  zwischen  Tampico  bzw.  Matamoros  und  Mazatlan,  die  jedoch  für  den
Durchgangsverkehr  keine  Bedeutung  haben;
3.  eine  im  Bau  befindliche  Überlandbahn  in  Guatemala  zwischen  Puerto  Barrios
und  San  Jose;
4.  zwei  geplante  Überlandbahnen  in  Honduras  zwischen  Puerto  Cortez  und  La  Brea
bzw.  zwischen  Truxillo  und  San  Lorenzo;
5.  eine  geplante  Überlandbahn  in  Nikaragua  zwischen  Monkey  Point  und  Corinto;
6.  eine  vorhandene,  am  1.  November  1911  eröffnete  Überlandbahn  in  Costa  Rica
zwischen  Puerto  Limon  und  Punta  Arenas;
7.  verschiedene  Überlandbahnen  in  Argentinien  und  Chile  bzw.  Peru,  von  denen
die  Linien  Buenos  Aires—Mollendo  (bzw.  Buenos  Aires—Arica)  und  Buenos  Aires—
Caldera  (über  den  St.-Franzisko-Paß)  ihrer  Vollendung  entgegengehen,  während
die  sogenannte  Antucobahn  zwischen  Bahia  Bianca  und  Concepcion  geplant  und
die  Neuqusnbahn  zwischen  Bahia  Blanca  und  Valdivia  in  Erwägung  gezogen  ist.
An  zwei  andere  Stellen  Südamerikas  knüpfen  Projekte  an,  die  eine  aus  Eisenbahnen ­
  und  schiffbaren  Flußläusen  kombinierte  Überlandverbindnng  zwischen  den  beiden
größten  Ozeanen  herzustellen  wünschen.  Das  eine  betrifft  den  äußersten  Norden  Kolumbiens ­
  und  kann  als  vorläufig  aussichtslos  hier  außer  Betracht  bleiben.  Das  andre  aber
bezweckt  eine  Überlandverbindnng  zwischen  der  brasilianischen  und  der  peruanischen ­
  bzw.  chilenischen  Küste  und  ist  von  besonderem  Interesse,  da  ja  Brasilien
gerade  an  der  breitesten  Stelle  des  südamerikanischen  Kontinents  gelegen  ist.  Ter  betreffende ­
  Plan  selbst  ist  schon  einige  Jahrzehnte  alt;  er  ist  aber  neuerdings  mit  besonderer
Lebhaftigkeit  wieder  aufgenommen  worden,  nachdem  1912  die  schwierig  herzustellende  Bahn
Arica—La  Paz  dem  Betrieb  übergeben  werde»  konnte.  Diese  soll  nun  unter  Umständen
über  Ornro  und  Cochabamba  ostwärts  nach  Chimorü  im  Quellgebiet  des  zum  Amazonenstromgebiet ­
  gehörenden  Rio  Mamorv  verlängert  werden.  Hier  würde  eine  in  sechstägiger
Biotorbootfahrt  zurückzulegende  Wasserstrecke  anschließen,  die  sich  bis  Guayaramerin  erstreckt.
Dort  wird  die  sonst  so  vortrefflich  schiffbare  Strecke  des  Mamors-,  Madeira-  und  Amazonenstroms ­
  in  empfindlicher  Weise  durch  Wasserfälle  und  Stromschnellen  unterbrochen,
die  das  Niveau  der  Fahrstraße  auf  220  km  Entfernung  um  91  in  sinken  lassen.
Die  auf  dem  Mamorü  und  dem  Bcni  bis  au  den  Fuß  der  Anden  gehende  Schiffahrt
Boliviens,  sowie  der  Verkehr,  der  auf  dem  Guapors,  dem  Grenzflüsse  zwischen  Bolivien
und  Brasilien,  bis  an  die  unter  15"  s.  Br.  gelegene,  ehemals  bedeutende  Bergstadt  Matto
Grosso  oder  Villa  Bella  mit  bis  400  t  fassenden  Dampfern  bestritten  werden  kann,  erlitten
dadurch  eine  empfindliche  Störung,  die  erst  in  der  allerletzten  Zeit  —  seit  1909  —  beseitigt ­
  zu  werden  beginnt.  Eine  mit  belgischem  und  französischem  Kapital  arbeitende  Gesellschaft ­
  hat  auf  dem  rechten  Ufer  des  Madeira,  ausgehend  vom  Orte  Santo  Antonio,
der  einmal  monatlich  von  der  Staatshanptstadt  Manaos  durch  einen  Dampfer  besucht  wird,
eine  Eisenbahnlinie  zu  bauen  begonnen,  deren  191  km  entfernter  Endpunkt  der  Ort  Manier« ­
  nahe  der  Einmündung  des  Beni  in  den  Mamorö  sein  wird.  Unter  sehr  großen  Schwierigkeiten ­
  soll  diese  Umgehungsbahn  bis  Ende  1912  fertiggestellt  werden.  Die  Bahn  reicht
bis  Puerto  Vigo,  wo  die  schiffbare  Strecke  des  selbst  in  der  Trockenzeit  für  400-tons-Dampfer
  befahrbaren  Rio  Madeira  erreicht  wird  und  von  wo  bis  zur  Amazonasmündung
eine  ununterbrochene  Schiffahrtsstraße  besteht.  Auch  diese  Überlandverbindung  durch  ein
großenteils  dem  Weltverkehr  noch  völlig  entzogenes  Gebiet  dürfte,  wenn  sie  geschaffen  werden ­
  sollte,  hohe  Bedeutung  erlangen.
Wir  können  die  großen  amerikanischen  Bahnprojekte  nicht  verlassen,  ohne  in  Kürze
der  Panamerikanischen  Bahn  zu  gedenken,  die  von  den  Vereinigten  Staaten,  allen
Schwierigkeiten  zum  Trotz,  mit  bewundernswerter  Energie  angestrebt  wird.  Tie  panamerikanische ­
  Bahn  soll  alle  amerikanischen  Staaten  durch  einen  fortlaufenden  Schiencnstrang
  miteinander  verbinden.  Der  Gedanke  mutet  uns  Europäer  ivie  eine  Marotte,  wie
eine  Ausgeburt  des  Spleens,  an,  denn  er  läßt  sich  weder  durch  wirtschaftliche  noch  durch
            
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