Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

89

Einteilung  der  Bahnen.
Das  Riesennetz  der  Eisenbahnen  zeigt  in  seinen  einzelnen  Maschen  eine  mannigfache
Verschiedenheit  und  vielseitige  Ausbildung.  Den  gewichtigsten  Einfluß  auf  die  äußere
Gestaltung  übt  naturgemäß  das  Gelände  aus.  Eine  Bahn  durch  die  norddeutsche  Tiefebene. ­
  ungarische  Pußta  oder  die  Savannen  Argentiniens  stellt  sich  einfacher  in  Anlage
und  Ausführung  dar  als  eine  Alpenbähn  oder  eine  durch  oder  unter  das  Häusermeer  der
Großstädte  zu  legende  Stadtbahn.  Demgemäß  unterscheidet  man:  Flachland-,  Hügelland-,
Gebirgs-,  Berg-  und  Stadtbahnen  (Hoch-  oder  Tiefbahn).  In  dieser  Reihenfolge  haben
sich  auch  die  Eisenbahnen  im  allgemeinen  nacheinander  entwickelt.
Bei  den  Flachlandbahnen  sind  Kunstbauten  (Thalbrücken,  Tunnel,  Stützmauern  u.  s.  w.)
selten,  die  Halbmesser  der  Gleiskrümmungen  groß,  die  Steigungen  gering;  bei  den  Gebe. ­

  Kochbuhn  in  Chicago.
birgsbahnen  dagegen  findet  das  Gegenteil  statt.  Hier  muß  oft  die  Linie  künstlich  entwickelt ­
  werden,  um  die  Steigung  nicht  zu  groß  zu  erhalten.  Stadtbahnen  bilden
auf  ihrer  ganzen  Länge  eine  fast  ununterbrochene  Reihe  von  Kunstbauten.  Sind  sie
Hochbahn,  so  ruht  das  Gleis  auf  einem  Steinviadukt  (Berlin,  Wien)  oder  wird  von
eisernen  Säulen  und  Trägern  gestützt  (New  Jork,  Chicago,  Liverpool,  Berlin  (Elektrische
Hochbahn),  Elberfeld  (Schwebebahn)  u.  s.  w.).  Sind  sie  Tief-  oder  Untergrundbahn,  so
bildet  ihre  Linie  entweder  einen  einzigen  Tunnel  tief  im  Schoß  der  Erde  (elektrische
Untergrundbahnen  in  London)  oder  dicht  unter  dem  Straßenpflaster  liegend  (Unterpflasterbahn ­
  in  Glasgow,  Berlin,  Budapest  u.  s.  w.),  oder  sie  besteht  aus  einer  Kette  von  abwechselnden ­
  Tunneln  und  Einschnitten  (London,  Glasgow  u.  s.  w.).  Ist  das  von  der  Bahn
unterfahrene  Gelände  der  betreffenden  Stadt  stark  hügelig,  so  schmiegt  sich  der  Gleiszug
dieser  Bodengestaltung  im  allgemeinen  auch  an.  So  bilden  z.  B.  die  älteren  Untergrundbahnen ­
  der  englischen  Hauptstadt  einen  stetig  gebrochenen  Linienzug  mit  Steigungen  von
1:100,  1:44  und  selbst  1:39,  besitzen  also  fast  den  Charakter  einer  Gebirgsbahn.
Aber  auch  die  Verkehrsstärke,  Bedeutung  und  Zweck  der  Bahn  schaffen  unterscheidende
Merkmale.  Linien  des  großen  durchgehenden  Verkehrs  mit  lebhaftem  Schnellzugsdienst
IX  12
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.