Full text : Bankpolitik

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II.  Oer  Geldmarkt.

tut  der  letzten  Jahre  diesem  Zweig  der  Betätigung  der  Notenbank
beimißt,  scheint  mir  eine  kurze  historische  Skizze  über  die  Entstehung
desselben  angebracht  zu  sein.
Devisenpolitik.  Zn  Schottland  pflegten  die  beiden  chartereä
  banks  die  Devisenpolitik  schon  seit  dem  18.  Jahrhundert.  „Sie
sammelten  so  viel  Zonds  als  sie  nach  London  bringen  konnten,  und
dadurch,  daß  sie  allmählich  zu  y 2  oder  1%  niedriger  als  die  andern
auf  London  zogen,  brachten  sie  den  Wechselkurs  (zwischen  Schottland
und  England)  auf  den  Paristand,  auf  welchem  er  immer  geblieben  ist,
unbeeinflußt  durch  den  Zusammenbruch  der  Bank  von  Agr,  die  Krediterschütterung
  durch  die  französische  Revolution  und  sogar  die  Lankrestriktion ­
  von  1797  —  und  dies  alles,  obwohl  die  Zahlungsbilanz  zwischen ­
  England  und  Schottland  bald  gegen  das  eine,  bald  gegen  das
andere  Land  gerichtet  war."  Die  irische  Bankenquete  von  1804,  der
diese  Ausführungen  entnommen  sind,  schlug  im  Anschluß  an  die  schottischen ­
  Erfahrungen  der  Bank  von  Irland  die  Ansammlung  von  Zonds
in  London  und  die  Ausgabe  von  Wechseln  auf  London  vor,  was  die
Bank  auch  getan  hat  (in  jenen  Tagen  war  zwischen  England  und  Irland ­
  noch  nicht  Währungseinheit).  In  der  englischen  Bankenquete
von  1832  und  noch  intensiver  in  jener  von  1840  wurde  ein  ähnliches
Vorgehen  dem  Ausland  gegenüber  der  Bank  von  England  empfohlen.
Der  Vorkämpfer  dieser  Bestrebungen  war  Gilbart.  „Ich  bin  nicht  der
Ansicht",  meinte  er,  „daß  die  Bank  von  England  bei  günstigen  Wechselkursen ­
  ihre  Zirkulation  ausdehnen,  dadurch  die  preise  steigern,  die
Spekulation  anstacheln,  das  Kapital  in  auswärtige  Anlagen  treiben
und  dann,  wenn  die  Wirkung  dieses  Vorgehens  sich  einstellt,  die  Währung ­
  zusammenziehen  soll.  Die  Bank  kann  einem  ungünstigen  Wechselkurs ­
  zu  allen  Zeiten  durch  andere  Mittel  als  der  Zusammenziehung
der  Währung  begegnen."  (Report,  Band  2,  1240.)  hier  ist  die  Devisenpolitik ­
  als  Mittel  gleichmäßigen  Diskonts  vorgeschlagen.  Aber  bei  dem
damaligen  Stand  der  Auslandswährungen  fand  diese  Anregung  kein
Entgegenkommen  und  bei  dieser  Haltung  verharrt  die  Bank  von  England ­
  bis  in  die  Gegenwart  auch  neueren  Vorschlägen  gegenüber,  zum
Beispiel  jenen  Montagus  in  der  Preisenquete  der  achtziger  Jahre.
Dagegen  ist  unter  dem  Einfluß  der  älteren  Bankenqueten  im  Verkehr
mit  Indien  das  Sgstem  der  Oounoil  bills  schon  seit  den  fünfziger  Jahren
des  vorigen  Jahrhunderts  ausgebildet  worden.  Die  indische  Regierung,
die  in  London  große  Beträge  für  Schuldzinsen  zu  zahlen  hat,  verkauft
den  englischen  Händlern,  die  für  Warenbezüge  aus  Indien  Zahlungsmittel ­
  suchen,  Wechsel  und  telegraphische  Anweisungen  auf  die  Re-
            
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