Full text : Bankpolitik

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II.  Oer  Geldmarkt.

auch  leichten  Geldmarkts  —  eingelöst.  Die  Schatzscheine  der  Notenbank ­
  aber  würden  in  einer  Zeit  flüssigen  Geldstandes  ausgegeben  und
in  einer  solchen  teureren  Geldstandes  eingelöst.  Darin  würde  allerdings ­
  das  Künstliche  des  Vorgangs  liegen  —  die  Notenbank  würde
Schatzscheine  zu  einer  Zeit  ausgeben,  in  welcher  sie  sehr  hohe  Deckungsverhältnisse ­
  hat  —;  der  Vorteil  würde  aber  in  der  Möglichkeit  der  Abstufung ­
  der  Schatzscheine  nach  Monaten  und  Zähren  liegen,-  besonders
würden  zwei-  bis  dreijährige  Schatzscheine  zur  Zeit  der  stärksten  Geldflüssigkeit ­
  ausgegeben,  im  Sinn  einer  Verminderung  der  Konjunkturspannung
  des  offenen  Marktes  wirken,  da  sie  im  Zeitpunkt  der  Emission
dem  Markt  Mittel  entziehen,  im  Zeitpunkt  des  Verfalls  ihm  solche
zuführen  würden.
Ein  anderer  Vorschlag  aus  der  französischen  Enquste,  der  auch
in  der  deutschen  Sankenquete  viel  erörtert  wurde,  wollte  der  Notenbank ­
  die  Annahme  verzinslicher  Kontokorrentguthüben  empfehlen;
dadurch  würde  ein  Teil  der  Einlagen  von  den  Kreditbanken  ab-  und
den  Notenbanken  zugeführt.  Allein  dadurch  würden  die  Notenbanken,
die  sonst  in  Noten  und  Girodepositen  unverzinsliche  Mittel  erhalten,
unter  einen  verwendungszwang  gestellt,  der  ihrer  Diskontpolitik
schwer  abträglich  wäre.  Man  hat  diese  Maßnahme  vielfach  zur  Stärkung ­
  der  Notenbank  bei  starker  Inanspruchnahme  empfohlen,  sie  würde
aber  in  Zeiten  der  Geldflüssigkeit  eine  Verlegenheit  für  die  Zentralbank
werden.
Während  die  Bank  von  England  und  die  Neichsbank  ihre  Politik
durch  jene  des  Marktes  wiederholt  durchkreuzt  sahen,  hat  die  Bank
von  Frankreich,  soweit  der  Privatsatz  in  Betracht  kommt,  mit  ähnlichen ­
  Schwierigkeiten  schon  seit  Jahrzehnten  nicht  mehr  zu  rechnen.
Die  Zahl  der  Geldgeber  auf  dem  offenen  Markt  ist  in  Paris  nicht  groß
und  unter  den  stärksten  von  ihnen  bestehen  Abmachungen  über  die
Privatratenfestsetzung.  Als  Geldnehmer  kommen  in  Paris  mehr  Auslandsbanken ­
  als  inländische  Institute  in  Betracht.  Die  pariser  Lanken
vermögen  auch  bei  reichlicher  Geldflüssigkeit  relativ  hohen  Privatsatz
aufrecht  zu  halten,  weil  ihnen  Filialen  und  Beziehungen  im  Ausland
(Credit  Lyonnais,  banque  de  Paris,  Rothschild)  durch  die  Möglichkeit ­
  direkter  Kreditgewährung  an  fremde  Märkte  ein  Ventil  gegen
Kapitalüberfluß  bieten.  Auch  die  Konditionen  für  Gewährung  von
Effektenkredit  sind,  allerdings  erst  seit  kurzer  Zeit,  kartellmätzig  geregelt.
In  England  war  ein  ähnliches  Vorgehen  bisher  nicht  möglich,  da  es
in  der  dity  zu  viele  und  zu  verschiedenartige  Geldgeber  gibt,  Angebot
und  Nachfrage  täglich  rasch  wechseln  und  die  englischen  Depositenbanken
            
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