46. Der Effektenmarkt.
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ist. Zahlreicher haben sich dagegen Beteiligungen von Banken an Ge
sellschaften mit beschränkter Haftung in Deutschland und Oesterreich
ergeben, z. L. bei jenen Unternehmungen, wo die Gesellschaft mit be
schränkter Haftung den Vorläufer der Aktiengesellschaft darstellte (Za-
miliengesellschaften, bei denen aus Steuergründen die Umwandlung
in eine Aktiengesellschaft einstweilen unterblieb), bei Unternehmungen,
die zur Realisierung einer kurz befristeten Transaktion ins Leben ge
rufen wurden, ;. B. Grundverwertungsgeselsichaften, bei Patentver
wertungsgesellschaften, ferner bei Organisationen, bei welchen man die
öffentliche Rechnungslegung vermeiden wollte, wie Kartellverkauf-
büros. Die Beteiligung an einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung
ist als liquide Anlage nicht anzusehen. Denn die Anteile sind schwer
übertragbar, und nach den ungünstigen Erfahrungen, welche öster
reichische Institute wiederholt mit derartigen Anlagen gemacht haben,
wird sich zweckmäßigerweise dieMitwirkung an einer Gnrbh. auf solche
Zälle beschränken, wo ernste geschäftliche Erwägungen die Nachteile
der Immobilisierung überwiegen. Auch nicht notierte Aktien gehören
dem nicht organisierten Kapitalmarkt an. Die Källe, bei denen es sich
um Vorbereitung einer Emission handelt, werden beim Konsortialge-
schäft besprochen. Aktiengesellschaften, bei denen keine Emissionsmöglich-
keit vorliegt, eignen sich nicht zur bankmäßigen Beteiligung. Der Kredit
gegen Verpfändung nicht notierter Aktien ist ein Anlagekredit, nicht
ein Lombardkredit, da die sofortige Verkäuflichkeit der Aktie im Hall
der Zinseinstellung nicht gesichert ist.
4b. Der Effektenmarkt.
Zwischen dem nicht organisierten Kapitalmarkt und dem Effekten
markt bestehen folgende wesentliche Unterschiede:
1. Durch die Zerlegung des Investitionskapitals in kleine Abschnitte
ist die Rköglichkeit der organisierten Marktbildung gegeben, kver sich
an einem Industrieunternehmen als offener Gesellschafter oder Kom
manditist beteiligen will, muß die Lage des Objekts genau prüfen, seinen
Wert abschätzen, entweder tätig mitarbeiten oder doch eine Kontrole'
üben, die nicht bloß buchhalterisch sein darf. Die überwiegende Mehr
zahl der Anlagen des nicht organisierten Marktes erfordert die Widmung
eines erheblichen Teils des Vermögens für ein bestimmtes Kapitalobjekt.
Auf notierte Effekten braucht dagegen der Kapitalbesitzer nur eine geringe
Ouote seines Vermögens zu verwenden und nur eine geringe Ouote
des Gesamtkapitals des Unternehmens sich anzueignen. Diese beiden