Full text : Bankpolitik

46.  Der  Effektenmarkt.

211

ist.  Zahlreicher  haben  sich  dagegen  Beteiligungen  von  Banken  an  Gesellschaften ­
  mit  beschränkter  Haftung  in  Deutschland  und  Oesterreich
ergeben,  z.  L.  bei  jenen  Unternehmungen,  wo  die  Gesellschaft  mit  beschränkter ­
  Haftung  den  Vorläufer  der  Aktiengesellschaft  darstellte  (Zamiliengesellschaften,
  bei  denen  aus  Steuergründen  die  Umwandlung
in  eine  Aktiengesellschaft  einstweilen  unterblieb),  bei  Unternehmungen,
die  zur  Realisierung  einer  kurz  befristeten  Transaktion  ins  Leben  gerufen ­
  wurden,  ;.  B.  Grundverwertungsgeselsichaften,  bei  Patentverwertungsgesellschaften, ­
  ferner  bei  Organisationen,  bei  welchen  man  die
öffentliche  Rechnungslegung  vermeiden  wollte,  wie  Kartellverkaufbüros.
  Die  Beteiligung  an  einer  Gesellschaft  mit  beschränkter  Haftung
ist  als  liquide  Anlage  nicht  anzusehen.  Denn  die  Anteile  sind  schwer
übertragbar,  und  nach  den  ungünstigen  Erfahrungen,  welche  österreichische ­
  Institute  wiederholt  mit  derartigen  Anlagen  gemacht  haben,
wird  sich  zweckmäßigerweise  dieMitwirkung  an  einer  Gnrbh.  auf  solche
Zälle  beschränken,  wo  ernste  geschäftliche  Erwägungen  die  Nachteile
der  Immobilisierung  überwiegen.  Auch  nicht  notierte  Aktien  gehören
dem  nicht  organisierten  Kapitalmarkt  an.  Die  Källe,  bei  denen  es  sich
um  Vorbereitung  einer  Emission  handelt,  werden  beim  Konsortialgeschäft
  besprochen.  Aktiengesellschaften,  bei  denen  keine  Emissionsmöglichkeit
  vorliegt,  eignen  sich  nicht  zur  bankmäßigen  Beteiligung.  Der  Kredit
gegen  Verpfändung  nicht  notierter  Aktien  ist  ein  Anlagekredit,  nicht
ein  Lombardkredit,  da  die  sofortige  Verkäuflichkeit  der  Aktie  im  Hall
der  Zinseinstellung  nicht  gesichert  ist.
4b.  Der  Effektenmarkt.
Zwischen  dem  nicht  organisierten  Kapitalmarkt  und  dem  Effektenmarkt ­
  bestehen  folgende  wesentliche  Unterschiede:
1.  Durch  die  Zerlegung  des  Investitionskapitals  in  kleine  Abschnitte
ist  die  Rköglichkeit  der  organisierten  Marktbildung  gegeben,  kver  sich
an  einem  Industrieunternehmen  als  offener  Gesellschafter  oder  Kommanditist ­
  beteiligen  will,  muß  die  Lage  des  Objekts  genau  prüfen,  seinen
Wert  abschätzen,  entweder  tätig  mitarbeiten  oder  doch  eine  Kontrole'
üben,  die  nicht  bloß  buchhalterisch  sein  darf.  Die  überwiegende  Mehrzahl ­
  der  Anlagen  des  nicht  organisierten  Marktes  erfordert  die  Widmung
eines  erheblichen  Teils  des  Vermögens  für  ein  bestimmtes  Kapitalobjekt.
Auf  notierte  Effekten  braucht  dagegen  der  Kapitalbesitzer  nur  eine  geringe
Ouote  seines  Vermögens  zu  verwenden  und  nur  eine  geringe  Ouote
des  Gesamtkapitals  des  Unternehmens  sich  anzueignen.  Diese  beiden
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.