Full text : Bankpolitik

47.  Nachfrage  und  Angebot  auf  dem  Effektenmarkt.

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gütig,  ob  die  Kapitalbeöütfntjfe  der  öffentlichrechtlichen  Körperschaften
durch  eigene  Anleihen  oder  Bantobligationen  befriedigt  werden.  Staaten
und  Städte  können  durch  die  Art  ihrer  Finanzwirtschaft  auch  das  Matz
mit  welchem  sie  überhaupt  an  den  Kapitalmarkt  herantreten  wollen,
beeinflussen,  z.  B.  durch  eine  starke  Abstinenzpolitik,  wie  es  die  italienische ­
  Regierung  seit  geraumer  Zeit  befolgt  oder  durch  Beschränkung  der
Anleihenausgabe  auf  den  Kriegsfall,  wie  dies  in  Grotzbritannien  üblich
ist.  Oie  Betätigung  der  öffentlichrechtlichen  Körperschaften  auf  volkswirtschaftlichem ­
  Gebiet  ist  dagegen  in  erster  Linie  für  die  Art  der  Inanspruchnahme, ­
  erst  in  zweiter  Linie  für  die  Gesamtsumme  der  Inanspruchnahme ­
  des  Marktes  entscheidend.  Wo  der  Staat  Bahnen  baut  und  die
Städte  Gas-  und  Elektrizitätswerke  eröffnen,  dort  wird  das  für  diese
Investitionen  benötigte  Kapital  in  Rentenform,  wo  dies  private
Gesellschaften  besorgen,  T.  in  Aktien-,  ;.  T.  in  Dbligationenform  aufgebracht; ­
  es  wird  der  Effektenmarkt,  allerdings  auf  einem  andern  Teilgebiet ­
  belastet.  In  Amerika  nimmt  der  Bund  und  die  einzelnen  Staaten
den  Kapitalmarkt  relativ  wenig  in  Anspruch,  aber  die  Eisenbahnobligationen ­
  absorbieren  den  größten  Teil  der  Kraft  des  amerikanischen
Marktes.  Oer  preußische  Staat  nimmt  in  kurzen  Zwischenräumen  große
Summen  auf,  aber  verwendet  sie  für  Eisenbahninvestierungen.
Oie  Inanspruchnahme  des  Kapitalmarkts  durch  Pfandbriefinstitute
ist  besonders  stark  in  Deutschland,  Gesterreich-Ungarn  und  Rußland,
geringer  in  Frankreich,  während  in  England  und  Amerika  dieser  Bedarf
überhaupt  nicht  an  den  Effektenmarkt  gelangt.
Oer  Bedarf  an  Industrie-  und  Verkehrsobligationen  richtet  sich
nach  dem  Investitionserfordernis  der  Volkswirtschaft.
Vas  Angebot  von  Kapital  auf  dem  Effektenmarkt  wird  bestimmt
durch  die  Summe  der  Einnahmen  der  einzelnen  Mitglieder  der  Volkswirtschaft, ­
  soweit  sie  nicht  zum  sofortigen  Konsum  verwendet  oder  dem
Geldmarkt  oder  dem  unorganisierten  Kapitalmarkt  zur  Verfügung  gestellt ­
  werden.  Auf  die  höhe  der  chuote,  die  dem  Geldmarkt  zugeführt
wird,  übt  die  Organisation  der  Kreditbanken  einen  starken  Einfluß  aus.
Vie  Teilung  der  Neukapitalien  zwischen  nicht  organisiertem  und  organisiertem ­
  Kapitalmarkt  hängt  von  der  Unternehmungslust  und  Unternehmungsgelegenheit ­
  der  Volkswirtschaft  in  hohem  Maße  ab.  Länder,
in  welchen  große  Kapitalien  in  vom  Eigentümer  selbst  geleiteten  Unternehmungen ­
  investiert  werden,  haben  trotz  starker  Ueberschüsse  für  den
Effektenmarkt  wenig  Kapital  übrig.  Argentinien  hat  ungeachtet  seines
Reichtums  nur  einen  schwachen  Rentenmarkt.  Ver  englische  organisierte
Kapitalmarkt  ist,  verglichen  mit  der  langen  wirtschaftlichen  Entwicklung,
            
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