Full text : Bankpolitik

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III.  Oer  Kapitalmarkt.

erhalten  sie  ohne  Zwischenleistung  die  Garantiekommission,  mißlingt
sie,  so  müssen  sie  nach  ihrer  Ouote  die  nicht  abgesetzten  Stücke  übernehmen. ­
  Oas  Zwischenstadium  des  Ronsortialgeschäfts  entfällt  dadurch.
56.  Die  Emission.
Oie  Formen  der  Emission  haben  sich  in  den  letzten  Generationen
nicht  wesentlich  geändert.  Renten  werden  noch  immer  überwiegend
zur  Subskription  aufgelegt,  d.  h.  es  wird  am  Subskriptionstag  der  ganze
Rentenbetrag  zu  bestimmtem  Rurs  zur  Zeichnung  aufgelegt.  Oie  Banken
nehmen  die  Zeichnungen  ihrer  Rlienten  schon  einige  Tage  vorher  entgegen, ­
  und  wenn  die  Ansicht  obwaltet,  daß  die  Rente  mehrfach  gezeichnet
wird,  so  pflegt  jede  Lank  den  Betrag,  den  die  Runden  zu  erhalten  wünschen, ­
  mit  dem  wahrscheinlichen  Ueberzeichnungsfaktor  zu  multiplizieren. ­
  wenn  einer  ihrer  Rlienten  bei  einer  Schatzscheinemission  100.000  Ifti
zu  bekommen  wünscht,  so  müssen  die  Banken  so  viel  mal  majorieren,
d.  h.  den  Betrag  so  oft  mal  nehmen,  daß  der  Rlient  auch  bei  Ueberzeichnung
  die  k  00.000  Mk.  die  er  wirklich  haben  will,  bekommt,  wenn  daher
eine  zwanzigfache  Ueberzeichnung  für  wahrscheinlich  gehalten  wird,
wird  die  Bank  die  von  ihrem  Rlienten  wirklich  verlangten  Beträge  mit
20  multiplizieren.  Ganz  sicher  geht  dabei  aber  nur  die  führende  Bank,
die  am  Subskriptionstag  genau  weiß,  wieviel  die  andern  Banken  gezeichnet ­
  haben,  und  dementsprechend  für  ihre  Rlienten  gerade  jenen
Multiplikator  anwenden  kann,  der  dem  Durchschnitt  der  Zeichnungen
aller  Ronsortialbanken  entspricht.  Oie  anderen  Rreditbanken  dagegen
sind  auf  vage  Schätzung  angewiesen:  Majorieren  sie  zu  wenig,  so  bekommen ­
  ihre  Rlienten  nicht  jene  Summe,  die  sie  haben  wollten,  majorieren ­
  sie  zu  viel,  so  bekommen  die  Runden  mehr  als  sie  wünschten,  ja
vielleicht  mehr,  als  sie  bezahlen  können.  Zn  dem  letzteren  Falle  werden
die  zu  viel  zugeteilten  Stücke  bald  nach  der  Emission  wieder  auf  den  Markt
kommen  und  dadurch  den  Erfolg  derselben  in  Frage  stellen.  Speziell
die  letzten  Fahre  haben  in  mehreren  Fällen,  namentlich  in  Frankreich,
Mißerfolge  von  Emissionen  nach  außerordentlich  großen  Zeichnungsresultaten ­
  gebracht,  und  es  fragt  sich  überhaupt,  ob  bei  der  jetzigen  vorzüglichen ­
  Organisation,  welche  die  Großbanken  zur  Unterbringung
der  Effekten  besitzen,  die  Ansetzung  der  Subskription  auf  einen  bestimmten
Tag  überhaupt  noch  Sinn  hat.
Bei  der  Aktieneinführung  bürgert  sich  in  Deutschland  immer  mehr
der  Modus  ein,  einen  Teil  der  Aktien  mit  Sperrverpflichtung  an  die
Rlienten  der  Bank  vorher  abzugeben,  ein  relativ  geringes  Paket  an  die
            
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