Full text : Bankpolitik

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III.  Oer  Kapitalmarkt.

lief?  übernommen  werden,  sind  bei  Bankenplacement  selten,  da  die
Beamten  der  Filialen  und  Oepositenkassen  in  ihrer  Gesamtheit  ein
meist  zutreffendes  Urteil  über  die  Stimmung  ihrer  stunden  besitzen.
Für  das  Bankenplacement  sind  in  erster  Reihe  fest  verzinsliche  werte
geeignet,  Renten  und  Pfandbriefe.  Gin  großer  Geil  des  Bankenplacements ­
  dient  der  Unterbringung  in  die  letzte  Hand;  wer  aber  ein  Effekt
dauernd  besitzen  will,  legt  einen  entscheidenden  wert  auf  die  Sicherung
des  Ertrags.  In  der  letzten  Generation  bemühten  sich  die  Lanken  mit
zunehmendem  Erfolg  Industriewerte  für  ihr  Bankenplacement  geeignet
zu  machen.
1.  privatversuche,  aus  Industrie-  und  Verkehrsaktien  sichere  Unlagen ­
  zu  formen,  waren  schon  im  sechsten  und  siebenten  Jahrzehnt  des
vorigen  Jahrhunderts  erfolgt.  Die  englischen  Investment-Trusts,  Vereinigungen ­
  zu  gemeinsamer  Kapitalanlage  zur  Ausgleichung  der  Risken
der  einzelnen  werte,  und  die  gemischte  Unlage  des  Kontinents,  welche
verschiedene  werte  mit  ungleichartigen  Ertragsaussichten  zu  einer  Vermögensgruppierung ­
  zusammenfaßte,  suchten  dem  einzelnen  Unleger
einen  regelmäßigen  Nutzen  aus  Aktien  zu  sichern.  Ungleich  bedeutsamer
aber  wurden  die  Finanzmethoden  zur  Schaffung  von  Tgpen  von  Industrie ­
  und  verkehrswerten  mit  regelmäßigem  Ertrag.
2.  Schon  seit  der  Zeit  der  Eisenbahnfinanzierung  wird  ein  Teil
des  Unternehmerkapitals  durch  Ausgabe  von  Obligationen  aufgebracht.
Weder  bei  Eisenbahnen  noch  bei  Industrieunternehmungen  ist  eine  absolut
sichere  Grundlage  der  Obligationen  vorhanden.  Der  wert  des  Eisenbahndammes ­
  ist  von  der  Aufrechterhaltung  des  Betriebs,  der  Wert  eines
Zabriksgrundstückes  von  der  aktiven  Tätigkeit  abhängig.  Bei  vorsichtiger
Finanzierung  dürfen  nur  soviel  Obligationen  ausgegeben  werden,  daß
der  Zinsen-  und  Tilgungsdienst  nach  Deckung  aller  Auslagen  auch  im
ungünstigsten  Konjunkturjahr  gewährleistet  ist  und  noch  darüber  hinaus
jährlich  ein  Betrag  für  Dividendenzahlung  erübrigt.  Die  Deckung  des
Gbligationendienstes  allein  ist  nicht  hinreichend,  denn  wenn  die  hierfür ­
  erforderlichen  Beträge  die  Einnahmen  des  Unternehmens  erschöpfen
und  eine  Dividende  nicht  gezahlt  werden  kann,  das  Unternehmen  jedoch
neues  Kapital  benötigt,  so  entsteht  für  die  Besitzer  der  Obligationen
selbst  die  Notwendigkeit  zu  unfreiwilliger  Kapitalzahlung  oder  Vorrangseinräumung ­
  für  neue  Anleihen.  Die  amerikanische  Eisenbahngeschichte
ist  an  Fällen  dieser  Art  reich.
Außer  den  vereinigten  Staaten  hat  das  Dbligationssgstem  im  Verkehrswesen ­
  besonders  in  Frankreich  Anwendung  gefunden.  Die  Vorliebe ­
  der  Franzosen  für  äußerlich  sichere  Anlagewerte  und  die  dort  be ­
            
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