Full text : Bankpolitik

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III.  Der  Kapitalmarkt.

nicht  die  Bewegungsrichtung  de-  Rentenzinses,  sondern  jene  des  Aktienmarktes ­
  die  Rentabilität  mitmachen.
Es  ist  im  Augenblick  schwer  zu  übersehen,  ob  die  Entwicklung  zu
einer  Zurückdrängung  der  Börse  zu  Gunsten  der  Banken  führen  wird.
Va  es  sowohl  in  der  deutschen  Literatur  wie  in  der  Bankpraxis  nicht  an
Stimmen  fehlt,  welche  eine  derartige  Entwicklung  mit  besonderer  Kreude
begrüßen,  erscheint  es  notwendig  auf  die  Gefahren  hinzuweisen,  welche
in  einer  weiteren  Ausdehnung  des  Bankenplacement  liegen  würden.
Sind  die  Aktien  eines  Unternehmens  größtenteils  bei  dem  Runden  einer
Bank  untergebracht,  so  werden  Raufs-  und  Verkaufsaufträge  größtenteils ­
  bei  dieser  Bank  zusammenlaufen  und  intern  ausgeglichen  werden.
An  die  Börse  kommen  nur  geringe  Ouantitäten  und  es  ist  der  Bank
dadurch  leicht,  entscheidenden  Einfluß  auf  die  Rursbildung  zu  üben.
va  alle  anderen  Börsenmitglieder  das  Interesse  an  diesem  Wertpapier
verlieren,  sieht  sich  der  Verkäufer  nur  einem  Räufer  gegenüber  und  in
kritischen  Zeiten  mag,  wenn  die  Bank  an  der  Rursregulierung  kein  Interesse ­
  nimmt,  der  Rurs  ohne  Intervention  sehr  stark  heruntergehen,  weil
dieses  Wertpapier  aus  dem  Interessenkreis  der  übrigen  Mitglieder
ausgeschaltet  ist.
Die  ausschließliche  Ronzentrierung  des  Effekten-An-  und  Verkaufs
bei  den  Rreditbanksn  gewährleistet  nicht  neutrale  Beratung  der  Runden,
da  ja  die  Rreditbanken  gleichzeitig  das  Ronsortialgeschäft  betreiben.
Die  Bank  hat  natürlich  ein  Interesse  ihre  Sgndikatseffekten  beim  Publikum ­
  unterzubringen,  sie  ist  Partei  bei  der  Rundenberatung  und  wenn
sie  bei  ihren  Zinanzgeschäften  die  Ronjunktur  unrichtig  beurteilt  hat,
dann  kann  sie  nicht  bloß  ihr  Eigenkapital  und  das  Geld  ihrer  Einleger,
sondern  auch  das  sonstige  vermögen  ihrer  Runden  verlieren,  wenn  diese
es  im  Effektenkonzern  der  Bank  angelegt  haben.  Es  ist  nie  ohne  Gefahr ­
  sein  ganzes  vermögen  vom  verstand  einer  einzigen  Direktion  abhängen ­
  zu  lassen.
Und  endlich  fehlt  dem  Bankenplacement  ohne  die  Börse  das  Urteil
der  Öffentlichkeit.  Ohne  die  Börsennotierung  wäre  der  Effektenkäufer
der  Bank  gegenüber  hilflos.
Zweifellos  sind  infolge  der  Zurückdrängung  der  Börse  Gefahren
auch  für  die  Banken  vorhanden.  Namentlich  die  geringere  Rurswahrheit
  infolge  der  Schwächung  der  Börsen  ist  für  sie  von  Nachteil  geworden.
Es  ist  geradezu  ein  Lebensinteresse  des  Emissionsgeschäftes  zu  wissen,
wie  die  einzelnen  Effektengruppen  tatsächlich  bewertet  werden  und  nur
die  leichte  Verkäuflichkeit  rechtfertigt  den  Charakter  des  Effektenkredits
als  Geldmarktgeschäft.  Die  Banken  sind  aus  diesen  Gründen  an  der
            
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