65. Die Konzentration der Kreditbanken.
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billigere Beschaffung des Akzeptkredits und die kommerziellen Vor
teile des Anschlusses an einen Großbanken; ern den Sieg der Konzen-
trationsbewegung entschieden. Oft hat sich hier der Fall ereignet, daß
ein Industrieunternehmen die Lokalbank oder den Privatbankier, seine
bisherige Bankverbindung, verlassen mutzte, wenn seine Kreditbedürf
nisse für die alte Verbindung zu grotz wurden. Ferner haben die Groß-
banken infolge ihrer starken Placementskraft auch die internationale
Finanzierung an sich gerissen und führen die Vorteile aus solchen Trans
aktionen nur den ihnen angeschlossenen Unternehmungen zu. Aus diesen
Gründen sind die Lokalbanken entweder in Abhängigkeit von den Groß
banken geraten wie meistens in veutschland oder direkt in sie aufge
gangen wie in England, oder sie konnten sich gegenüber den vordrin
genden Großbanken überhaupt nicht entwickeln wie in Frankreich, wo
erst in den letzten Jahren eine Gegenbewegung gegen die zu starke Kon
zentration einsetzte.
Immer mehr ist aus dem regulären Geschäft, von der Effekten-
kommission abgesehen, der Privatbankier verschwunden. Vas Privat
bankgeschäft beruht auf dem vertrauen zur Person des Inhabers. Wenn
der Inhaber sich zurückziehen will oder stirbt und weder ein verwandter
noch eine im Geschäft selbst herangezogene Persönlichkeit das Haus
übernehmen kann, muß der Uebergang in eine Lank oder die Liqui
dation gewählt werden. Oie neuere Generation von Bankierssöhnen ist
aber zumeist weder kaufmännisch umfassend ausgebildet noch so unter
nehmungsfreudig, daß sie im mühsamen regulären Bankgeschäft die
Konkurrenz mit den Großbanken aufzunehmen Lust hätte.
Und diese Konkurrenz ist auch in der Tat außerordentlich schwer. Oer
Privatbankier kann, wenn wir von vereinzelten Ausnahmen absehen,
Filialen nicht errichten,- die Art seiner Organisation verträgt dies nicht;
es gibt noch in unseren Tagen Bankhäuser, die keine weitere Differen
zierung der Arbeitsteilung außer der Scheidung zwischen Kasse und
Buchhaltung kennen. Der Bankier übersieht das Geschäft in allen seinen
Details, Kassierer, Korrespondent und Buchhalter arbeiten unter seinen
Augen, er kann sich auf seine Leute verlassen und darum den umständ
lichen Kontrollapparat der Großbanken entbehren. Gerade aber aus
diesem Grunde widerstrebt es dem Wesen des Privatbankiers Filialen
zu errichten und überhaupt ein Geschäft zu treiben, das er nicht in allen
seinen Phasen aufs genaueste übersehen kann. Aus ähnlichem Gedan
kengang heraus haben so manche Privatbankiers, wenn sie an die Spitze
von Großbanken traten, ein instinktives Mißtrauen gegen die Errichtung
von Filialen bewiesen.