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65. Die Konzentration der Kreditbanken.
die im Geldmarktkredit allein ihre Dividende verdienen, wie die fran
zösischen und englischen Institute, können aus das einträglichere aber
risikenreich ete Anlagekreditgeschäft verzichten. Die New Porter Banken
legen den größten Teil der ihnen direkt oder als Rassenreserve der Pro
vinz übergebenen Einlagen aus diesem Grunde im Effektenkredit an.
Oer alten Lokalbank und dem Provinzbankier war manches Geschäft
zu groß, den Leitern der heutigen Riesenbanken ist vieles zu klein. Dem
Direktor eines solchen Instituts wird es oft näher liegen, ungeachtet
des erhöhten Risiko, eine mäßige Zahl sorgsam gewählter Rapitalkredite,
die er dauernd kontrolieren kann, als eine vielfach größere Zahl kleiner
Rredite zu gewähren. Man möchte meinen, daß durch die Zunahme
des Wohlstandes Leihkapital in allen Zweigen in unsern Tagen durch
schnittlich leichter zu erlangen sei als vor einer Generation, und dafür
scheint ja auch die Tatsache zu sprechen, daß die Banken aus ihrer ehe
maligen Zurückhaltung herausgetreten sind und sich nicht mehr von
den Runden aufsuchen lassen, sondern sie selbst aufsuchen. Das Wort:
„Banking is a profession not a trade", hat seine Wahrheit längst ein
gebüßt, aber nicht alle Quellen des Leihkapitals fließen aus der
Großbank mit gleicher Ergiebigkeit: im reichen Frankreich gibt es für
die heimische Industrie aus Gründen der Bankorganisation keinen An
lagekredit, während der Effektenkredit von den Oemarcheurs den Dienst
mädchen ins Haus getragen wird.
Einer der führenden englischen Bankpraktiker hat vor wenigen
Iahren das ernste Wort gesprochen, es scheine ihm zweifelhaft, ob Eng
land seine große wirtschaftliche Position erlangt hätte, wenn in seinen
Entwicklungsjahren die Banken so vorgegangen wären wie sie dies gegen
wärtig tun. Dieses Wort läßt tief blicken. Die Großbanken haben Ten
denz und Wacht die Rap Italien, auf die sie Einfluß üben, in jene Rich
tung zu lenken, die ihrer Organisation am besten paßt, und der Einzelne
kann dagegen kaum erfolgreich ankämpfen.
Rießer hat mit Recht auf die Möglichkeit hingewiesen, durch die Ron-
zentrationsbewegung nationale und kulturelle Gesichtspunkte in das
Wirtschaftsleben hineinzutragen; die Banken, die nicht von der Hand
in den Wund leben müssen, können, soweit dies mit den Gewinnerzie
lungsabsichten in Einklang steht, leichter nationale Momente berücksich
tigen, ihre Leitungen haben einen weniger kaufmännischen, mehr gou-
vernementalen Charakter als jene der Lokalbanken. —
Die Entwicklung der Kartelle in Deutschland, Oesterreich und Ruß
land, die Ausbreitung der Trusts in den vereinigten Staaten ist durch
entschiedene Unterstützung der Großbanken gefördert worden. Die