VII
Vorwort.
Es wird vielleicht als müßiges Beginnen verurteilt werden, in
diesen Tagen ein Buch zu schreiben und es drucken zu lassen. Möge es
mir zur Entschuldigung gereichen, das; der Druck des Manuskripts vor
Rriegsbeginn angefangen war und die Veröffentlichung während des
Uriegs auf Wunsch meines Verlegers erfolgte.
Banklehrbücher zum Unterricht für Ungestellte sind in großer Zahl
erschienen, nirgendwo aber die für Bankleiter wichtigen Momente
zusammengefaßt worden. Die Scheidung zwischen Theorie und Praxis
hat sich wohl auf keinem anderen Gebiet der Nationalökonomie in
gleich starkem Maße fühlbar gemacht. Die ältere Literatur mit ihrer
reichen Fülle von bedeutsamen, auch für die Gegenwart interessanten
Darstellungen fand wenig Beachtung. Ich war darum bemüht, in mein
Buch alles auch heute noch wertvolle Material aus der ökonomischen
Literatur, besonders die Beratungen der zahlreichen Geld- und Bank-
enqueten hineinzuwebsn. Wieviel nicht ausrottbare Irrtümer sind ge
rade in der Bankliteratur durch Mißverständnisse entstanden,- und wie
viele unrichtige prinzipielle Unsichten haben so manche Praktiker, die auf
ihre wissenschaftliche Unkenntnis stolz sind.
Im Sinne von Philippovich fasse ich die Bankpolitik als Einwir
kung der Banken auf das Wirtschaftsleben auf. Dadurch unterscheidet
sich meine Arbeit von andern Büchern gleichen Namens.
Meinem Vater danke ich innigst für die mühsame Arbeit bei der
Revision der Druckbogen. Den Herren Notzke und vr. Reiche danke
ich lebhaft für tatkräftige Unterstützung bei Beschaffung der Literatur.
Abgesehen von kleinen Einschaltungen ist auch die Darstellung der
Politik der Banken im Nrieg vor Nriegsbeginn geschrieben. Ich glaubte
keinen Anlaß zur Aenderung meiner Ausführungen zu haben.
Die weitverbreitete Ansicht, daß das Bankgeschäft nach Friedens
schluß einen gründlichen Wandel erfahren wird, vermag ich nicht zu
teilen. Der Uri eg hat für das Bankwesen Ueberraschungen nicht ge
bracht. Die vorbildliche Haltung dec Reichsbank hat deutlich gezeigt,