Full text : Bankpolitik

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II.  Oer  Geldmarkt.

größere  Notenbank  zur  Einstellung  der  weitern  Einlösung  für  den  innern ­
  Verkehr  veranlassen.
Man  braucht  aber  diese  Schwierigkeit  nicht  übermäßig  ernst  zu  nehmen. ­
  Nein  Staat  wird  in  solchen  Augenblicken  zögern  die  Linlösungspflicht
  zu  suspendieren,'  bei  Nriegsbeginn,  besser  schon  in  der  vorhergehenden ­
  Unruhezeit  wird  wohl  jeder  Staat  so  vorgehen  müssen  —
die  Nolonialkriege  des  letzten  Jahrzehnts  bilden  keinen  Gegenbeweis.
Scheinbare  Schwierigkeiten  vom  Liquiditätsstandpunkt  der  Bank
aus  bieten  die  normalen  Zahlungsverpflichtungen.  Zn  Reichen  mit
starker  Goldzirkulation  und  zeitlich  konzentriertem  Zahlungsverkehr
verschlechtert  sich  das  Notendeckungsverhältnis  an  den  Zahlterminen
in  außerordentlich  starker  weise:  die  Verschlechterung  der  Deckung  bei
der  Reichsbank  in  der  letzten  Märzwoche  beträgt  in  den  letzten  Jahren
nicht  weniger  als  dreißig  Prozent,  und  dies  nicht  etwa,  weil  Noten
zur  Einlösung  kommen,  sondern  weil  gleichzeitig  Noten  und  Metallgeld ­
  benötigt  wird.  Mer  Z60  Mark  an  vierteljahrsmiste  zu  zahlen
hat,  braucht  drei  Noten  zu  hundert  Mark  und  drei  Goldstücke  zu  zwanzig ­
  Mark,  die  Reichsbank  muß  die  Notenemission  erhöhen  und  verliert ­
  gleichzeitig  Gold.  Ihr  Oeckungsverhältnis  ist  dadurch  wesentlich
schlechter  als  wenn  ihr  Noten  zur  Einlösung  präsentiert  würden,  weil
in  diesem  Zoll  mit  dem  Goldbestand  auch  die  Notenemission  abgenommen ­
  hätte,'  und  doch  ist  die  als  Verschlechterung  angesehene  Position
der  Reichsbank  zu  den  (Quartalen  viel  günstiger  zu  beurteilen,  da  der
Goldverlust  nicht  auf  Mangel  an  vertrauen  in  die  Note  zurückgeht,
deren  Umlauf  ja  geradezu  an  diesem  Termin  erheblich  steigt,  sondern  auf
den  Bedarf  an  Goldmünzen.  Es  besteht  wenig  Wahrscheinlichkeit,
daß  die  Nreise,  die  für  einige  Tage  zu  Zahlungszwecken  Noten  benötigen, ­
  diese  zurückweisen  und  Gold  verlangen  würden.
Oie  Goldbedürfnisse  für  Auslandszahlungen  müssen  gleichfalls
in  normale  und  ungewöhnliche  geschieden  werden.  Goldzahlungen  an
das  Ausland  sind  zur  Begleichung  der  Saldi  des  internationalen  Banküberweisungs-
  und  des  ihn  ergänzenden  Nreditverkehrs,  in  geringem
Umfang  auch  für  Zahlungen  erforderlich,  die  sich  dem  Ueberweisungsverkehr
  entziehen.  Oes  internationalen  Ueberweisungsverkehrs  zwischen ­
  den  Lanken  haben  wir  schon  gedacht,'  ein  analoger  Verkehr  besteht
zwischen  den  Postscheckämtern,  angeregt  durch  die  österreichische  Postsparkasse,' ­
  in  gleicher  Richtung  wirkt  der  internationale  Postanweisungsverkehr. ­
  Oie  Saldi  dieser  Abrechnungen  müssen  bar  beglichen  werden,
soferne  nicht  Zahlung  durch  Scheck  auf  ein  drittes  Land,  das  dem  Schuldner ­
  schuldet,  möglich  ist  oder  soferne  nicht  die  Gläubigerbank  der  Schuld ­
            
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