Full text : Bankpolitik

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II.  Oer  Geldmarkt.

erst  in  der  Krise  von  1825  auf  5%,  als  die  Notendeckung  schon  unter
10%  gesunken  war  und  die  Goldprämie  auf  Paris  4%  betrug.  Der
Goldbestand  war  der  völligen  Erschöpfung  nahe  und  nur  die  rasche
Ausgabe  kleiner  Noten  konnte  die  Bank  vor  Zahlungseinstellung  retten,-das
  Publikum  aber  nahm  die  Noten  an,  obwohl  eine  Deckung  kaum  vorhanden ­
  war.  —  1827  betrug  der  Diskont  wieder  4%  und  vor  dem
Parlaments  comite  von  1832  erklärte  der  Gouverneur  der  Bank  anläßlich ­
  der  Verlängerung  des  Privilegs,  daß  es  als  Bankregel  gelte,
ein  Drittel  aller  Verbindlichkeiten  in  Gold  zu  halten  (die  alte  Regel
aus  dem  18.  Jahrhundert).  Diese  „Regel"  wurde  allerdings  noch  im
selben  Jahr  durchbrochen.  Große  Summen  von  Einlagen  aus  einer
westindischen  Anleihe  veranlaßten  die  Bank,  1835  den  Lombardsatz  aus
3%  %  herabzusetzen.  ®b  diese  Maßnahme  oder  die  beginnende  Eisenbahngründungsperiode ­
  und  die  amerikanische  Spekulation  die  Effektenkonjunktur
  des  nächsten  Jahres  hervorgerufen  hat,  ist  bestritten.  Am
1.  Januar  1834  hatte  ihr  Metallbestand  9.9,  die  Notenzirkulation  18.2
und  jene  der  andern  englischen  Notenbanken  (die  Bank  hatte  nur  das
Privileg  für  London  und  Umgebung)  10.2  Millionen  Pfund  betragen,
am  4.  April  1837  war  der  Metallbestand  auf  4.1  Millionen  gesunken,
die  Not'enzirkulation  der  Bank  von  England  auf  18.4,  jene  der  andern ­
  Banken  auf  11  Millionen  gestiegen.  Die  Bank  erhöhte  die  Rate
bis  5%  und  wies  amerikanische  Wechsel  zurück.  Aber  kaum  hatten
Goldrückslüsse  ihren  Status  einigermaßen  gebessert,  so  setzte  die  Bank
—  1838  —  den  Lombardsatz  wieder  auf  3)4%  herunter.  Auch  hier
ist  es  bestritten,  ob  diese  Maßnahme  zur  Krise  des  nächsten  Jahres  geführt ­
  hat,-  sicherlich  hat  die  amerikanische  Baumwollkrise  von  1839,
die  zeitlich  mit  einer  starken  Esfektenbewegung  zusammenfiel,  die  Situation ­
  der  Bank  in  kurzer  Zrist  sehr  verschlechtert.  Es  betrugen  -

Februar  1838  August  1839
io.2  mm.  Pf.  2.4  mm.  Pf.

der  Bank  von  England  „  z
tion  aller  Banken  38.7

18
37.1

Oie  gesamte  Notenzirkulation  aller  Banken

Die  Deckung  der  von  der  Bank  von  England  ausgegebenen  Noten
war  von  53  auf  13%,  die  Deckung  sämtlicher  Noten  (denn  der  Metallbestand ­
  der  Bank  von  England  bildete  auch  die  Garantie  für  die  Noten
der  andern  Banken)  von  26%  auf  6%  gesunken.  Oer  Diskont  wurde
bis  August  1839  auf  6%  erhöht.
Diese  Ereignisse  gaben  Veranlassung  zur  Einsetzung  eines  parlamentarischen ­
  Lommittees  über  die  Notenbankfrage.  Die  Bank  hatte
bei  der  Privilegserneuerung  von  1832  erklärt  %  ihrer  verbindlich-
            
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