Full text: Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1868-1883 / [hrsg. von D. Rjazanov] (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 4)

(1425) 1873 Mai 30 
397 
der Bewegung, außer allem Verhältnis zu den andern Körpern, 
ist Nichts zu sagen. Erst in der Bewegung zeigt der Körper, was 
er ist. Die Naturwissenschaft erkennt daher die Körper, indem sie 
sie in ihrer Beziehung aufeinander, in der Bewegung betrachtet. 
Die Erkenntnis der verschiednen Bewegungsformen ist die Er- 
kenntnis der Körper. Die Untersuchung dieser verschiednen Be- 
wegungsformen also Hauptgegenstand der Naturwissenschaft”. 
1. Die einfachste Bewegungsform ist die Ortsveränderung 
(innerhalb der Zeit, um dem alten Hegel einen Gefallen zu tun) 
o— mechanische Bewegung. 
a. Bewegung eines einzelnen Körpers existiert nicht; rela- 
tiv gesprochen kann jedoch der Fall als ein solcher gelten. Die 
Bewegung nach einem, vielen Körpern gemeinsamen Mittelpunkt. 
Sobald aber der Einzelkörper in einer andern Richtung als nach 
5 dem Zentrum sich bewegen soll, fällt er zwar noch immer unter 
die Gesetze der Fa1lbewegung, aber diese modifizieren sich?) 
b. in Gesetze der Flugbahn und führen direkt auf die Wechsel- 
bewegung mehrerer Körper — planetarische etc. Bewegung, Astro- 
nomie, Gleichgewicht —, temporär oder scheinbar in der Bewe- 
vo gung selbst. Das wirkliche Resultat dieser Bewegungsart ist 
aber schließlich immer — der Kontakt der sich bewegenden 
Körper, sie fallen ineinander. 
c. Mechanik des Kontakts — sich berührende Körper. Gewöhn- 
liche Mechanik, Hebel, schiefe Ebene etc. Aber der Kontakt 
erschöpft hiermit seine Wirkungen nicht. Er äußert 
sich unmittelbar in zwei Formen: Reibung und Stoß. Beide haben 
die Eigenschaft, daß sie bei bestimmtem Intensitätsgrad und unter 
bestimmten Umständen neue, nicht mehr bloß mechanische 
Wirkungen erzeugen: Wärme, Licht, Elektrizität, 
o Magnetismus. 
2. Eigentliche Physik, Wissenschaft dieser Bewegungs- 
formen, die nach Untersuchung jeder einzelnen feststellt, daß sie 
unter bestimmten Bedingungen ineinander übergehn, und 
schließlich findet, daß sie alle bei bestimmtem Intensitätsgrad, der 
nach den verschiednen bewegten Körpern wechselt, Wirkungen 
hervorbringen, die über die Physik übergreifen, Veränderungen 
der innern Struktur der Körper — chemische Wirkungen. 
3. Chemie. Für die Untersuchung der frühern Bewegungs- 
formen war es mehr oder minder gleichgültig, ob sie an belebten 
% oder unbelebten Körpern gemacht wurden. Die unbelebten zeigten 
sogar die Phänomene in ihrer größten Reinheit. Die Chemie 
dagegen kann die chemische Natur der wichtigsten Körper nur an 
1) Am Rande dieses Abschnitts Bemerkung von Carl Schorlemmer: Sehr gut; 
meine eigne Ansicht. CS. 
2) Randbemerkung von Schorlemmer: Ganz richtig!
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.