S Internationale Rundschau der Arbeit
der Lösung der Reparationsfrage, die aus dem Ersatze der bisher
gebräuchlichen Kohle durch minderwertige Heizmittel entstandene
stärkere Abnutzung der Lokomotiven, für den Schiffsraum der
Unterseekrieg; dazu kamen nach dem Waffenstillstande für
gewisse Länder die Materialablieferungen, die langsame Verteilung
des Materiales an die neuen Staaten, und hier und da auch die
große Verschiedenheit des Transportmateriales verschiedenen
Ursprunges.
3. Die Weltabsatzkrise verändert für eine große Anzahl
von Ländern die Lage vollständig. Mit der zweiten Hälfte des
Jahres 1920 ruft der Rückgang der Transporte rasch an Stelle
des Tonnagemangels einen Überfluß an Tonnage hervor, der
dann bald in einer merklichen Senkung der Frachten seinen Aus-
druck findet. Die Transportmengen werden kleiner, die Wieder-
herstellungsarbeiten seit dem Waffenstillstande wirken sich lang-
sam aus. Damit verstärkt sich die Transportkrise schrittweise
sowohl in den kriegführenden Ländern Westeuropas als auch in
den neutralen und in den außereuropäischen Ländern. In allen
diesen Ländergruppen. hat sie um die Zeit, als die Erhebung durch-
geführt wurde, schon wieder aufgehört, von wesentlichem Ein-
flusse auf die Produktionskrise zu sein, d. h. also gegen Ende 1920
und im Jahre 1921.
4. Ganz anders aber stellt sich die Lage dar für die meisten
Länder Mittel- und Osteuropas. Dort bleibt die allgemeine Wirt-
schaftslage immer noch erheblich von den Transportschwierig-
keiten beeinflußt. Die Krise scheint hier ihren Höhepunkt in
Polen, im Königreiche SKS und in Rumänien zu erreichen.
Aus den zur Verfügung stehenden Unterlagen über die Fracht-
tarife für den Transport zu Lande ergibt sich ein allgemeines und
ununterbrochenes Ansteigen, wenn man die Sätze mit denen des
Jahres 1914 vergleicht. Am größten ist die absolute Steigerung
in den Ländern mit entwertetem Gelde. Aus den vorliegenden
Angaben geht jedoch auch hervor, daß die Erhöhung der Eisen-
bahntarife längst nicht mit der Geldentwertung der betreffenden
Länder Schritt hält, besonders nicht mit der Entwertung des
Geldes auf dem Weltmarkte. Die in diesen Zweigen eingetretenen
Veränderungen gehören zu den wesentlichsten Ursachen der tief-
gehenden Veränderungen der Herstellungspreise, die später eine
solche Rolle in der Absatzkrise spielen sollten.
4. Kaptitalkrise
Nach den vorhandenen Unterlagen gehört zu den Faktoren,
die in vielen -Ländern die Wiederbelebung der Produktion be-
hinderten oder gar verhinderten, in erster Linie der Kapitalmangel.
Diese Feststellung kann für alle Länder Mittel- und Osteuropas
gemacht werden, bis zu einem gewissen Grade aber auch für
wenigstens einige der kriegführenden Länder Westeuropas, ins-
besondere für Frankreich und Italien.
Diese Krise findet ihren Ausdruck vornehmlich in dem Miß-
verhältnisse zwischen den Betriebs- und Rücklagemitteln der
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