10 Oie wirtschaftliche Entwicklung der Industrie im (Osten.
Zuerst ist da auf eine enorme Differenz zwischen Schlesien
auf der einen Seite und Posen, Pommern, Ost- und west-
preutzen auf der anderen Seite hinzuweisen. In Schlesien hat
sich eine bodenständige Großindustrie entwickelt auf der Grund
lage des Besitzes von Kohle, (Eifert und einer Reihe von anderen
Mineralien. Dieses Vorkommen von Erzen und Steinkohlen
fehlt in sämtlichen anderen Teilen des Ostens vollständig. In
folgedessen hat sich in Schlesien eine natürliche Industrialisie
rung ohne Staatshilfe vollzogen, trotzdem die Verkehrslage
Schlesiens zum übrigen Deutschland durchaus nicht als besonders
günstig zu bezeichnen ist. Schlesien teilt weiter mit den anderen
östlichen Provinzen dieselbe Gefahr der österreichischen und russi
schen Grenznahe und der dadurch gegebenen Unterbindung des
Absatzes in sein natürliches Absatzgebiet jenseits der Grenze bei
der herrschenden absperrenden Wirtschaftspolitik Deutschlands.
Schlesien hat das Ziel der Industrialisierung erreicht, trotzdem
für diese Provinz durchaus nicht wesentliche Unterschiede in der
Versorgung des Arbeitsmarktes mit Arbeitskräften vorliegen
gegenüber der anderen Provinzen des Ostens.
Die natürlichen Unterlagen jeder industriellen Produktion
sind von der Natur gebotenes Rohmaterial, Kapital und Arbeits
kräfte. Da ist festzustellen, daß dem Osten, abgesehen von Gber-
schlesien, eigene Kohle fehlt. Die östlichen Provinzen sind infolge
dessen aus den Bezug von Steinkohle aus Gberschlesien, Rheinland
und Westfalen oder England angewiesen. Infolgedessen spielt für
diese Provinzen die Frachtfrage der Kohlen eine entscheidende Rolle,
was das Kapital anlangt, so ist nach den Ergebnissen der
preußischen Lrgänzungssteuer evident, daß die vier genannten
Provinzen in ihren Resultaten weit unter dem Durchschnitt des
übrigen Preußen bleiben und für die Möglichkeit industrieller
Produktion ist infolgedessen ebenso mit einem Import von