136
Die Wohnungsfrage.
subhastiert 1890: 154, 1891: 240 Neubauten, und bei den
letzteren 240 Zwangsversteigerungen fielen vier Millionen
Mark bei einer Belastung von nur 21 Vs Million Mark aus!.
In Berlin waren:
1890 Neubauten 535, Subhastationen 133,
1891
n
442,
242,
1892
333,
n
356,
1893
296,
Y)
371.
Von welcher Qualität diese genannten Bauherrn oft sind,,
zeigt uns ein Nachweis aus Berlin. Dort unterschlugen 29
Prozent dieser Bauherrn im Jahre 1891 Krankenkassengelder
ihrer Arbeiter im Betrage von 19000 Mark. Daß dabei die
Handwerker oft das Rechtsgefühl verlieren und sich rechtswidrig
ihre Arbeiten aus den Neubauten wieder holen, ist
ja bekannt, aber es ist auch bemerkenswert, daß die Sympathie
des Publikums auf ihrer Seite steht. Wie wahnwitzig
übrigens die Bodenpreise in den Städten gestiegen sind,,
wie dabei die Ausbeutung aller Volkskreise durch die habgierigen
Kapitalistenringe zugenommen hat, sehen wir daran,,
daß in den letzten acht Jahren die hypothekarische Belastung,
in den Städten um weitere fünf Milliarden Mark angewachsen
ist. Wo aber anders her als aus dem Schweiße des Volkes
müssen die Zinsen in Form der Mieten aufgebracht werden?
Einen neuen „Trik“ der Bauschwindler schildert das-„Berl.
Korr.-Bureau.“ Es behauptet nämlich folgendes:
„Darlehnssuchern, welche durch Anzeigen Geld zu erhalten
wünschen, gehen in der letzten Zeit häufig Anerbietungen zu,,
daß sie gegen 6 v. H. Zinsen das gewünschte Darlehen erhalten
können, wenn sie eine Wohnung in einem, dem Geldgeber
gehörigen Hause mieten würden. Ist der Darlehnssucher
, über den die vorher eingezogene Erkundigung natürlich
einigermaßen günstig lauten muß, bereit, diese Bedingung
zu erfüllen, so muß er bei hochgeschraubter Miete einen
meist fünfjährigen Vertrag unterzeichnen. Auf diese Weise wird
so manches schlecht gebaute und unbezahlte Haus in kurzer
Zeit bevölkert. Nun werden alle Hebel in Bewegung gesetzt,
um das Haus zu verkaufen. Aus den Mietsverträgen ergibt
sich ziffermäßig ein hübscher Überschuß, und bald ist für