Full text : Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

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Die  Wohnungsfrage.

subhastiert  1890:  154,  1891:  240  Neubauten,  und  bei  den
letzteren  240  Zwangsversteigerungen  fielen  vier  Millionen
Mark  bei  einer  Belastung  von  nur  21  Vs  Million  Mark  aus!.
In  Berlin  waren:

1890  Neubauten  535,  Subhastationen  133,

1891

n

442,

242,

1892

333,

n

356,

1893

296,

Y)

371.

Von  welcher  Qualität  diese  genannten  Bauherrn  oft  sind,,
zeigt  uns  ein  Nachweis  aus  Berlin.  Dort  unterschlugen  29
Prozent  dieser  Bauherrn  im  Jahre  1891  Krankenkassengelder
ihrer  Arbeiter  im  Betrage  von  19000  Mark.  Daß  dabei  die
Handwerker  oft  das  Rechtsgefühl  verlieren  und  sich  rechtswidrig ­
  ihre  Arbeiten  aus  den  Neubauten  wieder  holen,  ist
ja  bekannt,  aber  es  ist  auch  bemerkenswert,  daß  die  Sympathie
des  Publikums  auf  ihrer  Seite  steht.  Wie  wahnwitzig
übrigens  die  Bodenpreise  in  den  Städten  gestiegen  sind,,
wie  dabei  die  Ausbeutung  aller  Volkskreise  durch  die  habgierigen ­
  Kapitalistenringe  zugenommen  hat,  sehen  wir  daran,,
daß  in  den  letzten  acht  Jahren  die  hypothekarische  Belastung,
in  den  Städten  um  weitere  fünf  Milliarden  Mark  angewachsen
ist.  Wo  aber  anders  her  als  aus  dem  Schweiße  des  Volkes
müssen  die  Zinsen  in  Form  der  Mieten  aufgebracht  werden?
Einen  neuen  „Trik“  der  Bauschwindler  schildert  das-„Berl.
  Korr.-Bureau.“  Es  behauptet  nämlich  folgendes:
„Darlehnssuchern,  welche  durch  Anzeigen  Geld  zu  erhalten
wünschen,  gehen  in  der  letzten  Zeit  häufig  Anerbietungen  zu,,
daß  sie  gegen  6  v.  H.  Zinsen  das  gewünschte  Darlehen  erhalten ­
  können,  wenn  sie  eine  Wohnung  in  einem,  dem  Geldgeber ­
  gehörigen  Hause  mieten  würden.  Ist  der  Darlehnssucher ­
  ,  über  den  die  vorher  eingezogene  Erkundigung  natürlich ­
  einigermaßen  günstig  lauten  muß,  bereit,  diese  Bedingung
zu  erfüllen,  so  muß  er  bei  hochgeschraubter  Miete  einen
meist  fünfjährigen  Vertrag  unterzeichnen.  Auf  diese  Weise  wird
so  manches  schlecht  gebaute  und  unbezahlte  Haus  in  kurzer
Zeit  bevölkert.  Nun  werden  alle  Hebel  in  Bewegung  gesetzt,
um  das  Haus  zu  verkaufen.  Aus  den  Mietsverträgen  ergibt
sich  ziffermäßig  ein  hübscher  Überschuß,  und  bald  ist  für
            
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