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Eine Tafel, die sich am Eingang zu den Fernsprechzellen befindet, nennt
die Reihenfolge, in der Berliner Börsenbesucher die Hamburger, eine
andere Tafel die Reihenfolge, in der Hamburger Börsenbesucher die
Berliner Börsenbesucher anrufen. Eine über der Tafel befestigte Num
mer zeigt, welche Firmen zurzeit die beiden Leitungen benutzen. Alle
im Turnusverkehr geführten Gespräche gelten als dringende Gespräche
und kosten die dreifache Gebühr.
A in Berlin meldet telephonisch dem B in Hamburg die Kurse der
Papiere, in denen er glaubt, daß eine Arbitrage lohnend sei. Notiert
eine Aktie in Berlin 152, in Hamburg 149,50 °/ 0 , so wird der Ham
burger einen Posten von diesen Effekten zu 149,50 °/ 0 zu kaufen suchen,
dann telephonisch oder telegraphisch die Ausführung dem A in Berlin
melden, der nunmehr diesen Betrag an der Berliner Börse zu höherem
Kurse zu verkaufen sucht. Die erste Ausführung, in diesem Falle also der
Kauf, erfolgt meist an demjenigen Platze, an dem in dem betreffenden
Effekt ein geringerer Umsatz stattfindet, weil hier mitunter schon ein
kleiner Posten einen Einfluß auf den Kurs ausübt. Geschähe es um
gekehrt, hätte in diesem Falle der Berliner die Effekten verkauft, so be
stände die Gefahr, daß der Metist in Hamburg sich diesen Posten nicht
beschaffen kann, und das Arbitragegeschäft würde vielleicht anstatt des
erhofften Gewinns einen Verlust ergeben.
• Die Goldarbitrage, wie sie früher häufig zwischen Berlin und
London stattfand, gestaltete sich folgendermaßen: Wurde der Bank von
England eine größere Menge Gold entzogen, so stieg infolge der Geld
knappheit der Zinsfuß in England. Infolgedessen hoben die Londoner
Banken und Bankiers ihre Guthaben aus dem Auslande ab, wodurch die
Devise London im Auslande anzog. Dies nutzte der Arbitrageur tu
Berlin aus: Er sandte deutsche Goldmünzen nach London und verkaufte
sein auf diese Weise dort entstandenes Guthaben zu dem gestiegenen Lon
doner Wechselkurse in Berlin. Infolge des größeren Angebots sank der
Wechselkurs und näherte sich wieder dem Wechselpari. — Mitunter ließ
man auch die Versendung von Gold durch ein drittes Land vornehmen-
Deutsche Banken beorderten z. B. ihre Guthaben in Frankreich nach ® 11 8 r
land oder sandten ausländische Wechsel oder Schecks an Londoner Banken-
Zweck und Wirkungen waren die gleichen: Entstehung eines Guthabens