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auch an der Grenze selbst eine ansehnliche Wanderung
herüber und hinüber. Schon längst verlassen alljährlich
Tausende die Heimat, um in der Fremde ein besseres
Auskommen zu finden. Von jeher stellten die armen,
übervölkerten Gebirgstäler eine starke Schar von Auswanderern,
sah sich doch schon um die Mitte des 18. Jahrhunderts
der Rat von Bern wiederholt veranlaßt, durch
besondere Maßregeln den Auswandererstrom zurückzudämmen
und der Entvölkerung im besondern der Alpentäler
zu wehren. Als der Fremdenverkehr und die Industrie
den Alpenbewohnern einen sichern Verdienst zu
verschaffen begann, sank die Auswanderung. Sie hörte
z. B. im St. Galler Oberland fast gänzlich auf von dem
Zeitpunkt an, da die großen Spinnereien im Seeztal
den Betrieb eröffneten.
Die Statistik verzeichnet nur die Auswanderer, die
nach überseeischen Ländern ziehen und sich zu diesem
Zweck an eine Auswanderungsagentur wenden; die gewiß
nicht geringe Zahl aller übrigen kann nicht festgestellt
werden. Im Jahre 1912 wanderten 5871 Personen
nach überseeischen Ländern aus, wovon 4 /s, meist als
Farmer, nach den Vereinigten Staaten; die andern
wandten sich nach Argentinien (besonders aus der Südschweiz),
Kanada, Brasilien. Die letzten Jahre zeigen
ein beständiges Anschwellen der Auswanderung:
Jahr . 1908 1909 1910 1911 1912
Personen 3656 4915 5178 5512 5871
Vor 20 Jahren wurden immerhin noch doppelt so viele
Auswanderer gezählt wie heute.
Einwanderung. Für die Ausgewanderten findet Einwanderung
sich ein der Zahl nach mehr als ausreichender Ersatz in
den zuwandernden Ausländern. Zum weitaus überwiegenden
Teil führt sie der Erwerb über die Grenze
herein; andere studieren an den Hochschulen oder suchen
als politische Flüchtlinge in der Schweiz ein Asyl. Im
Jahrzent 1900—1910 überstieg die Zahl der Zuge-