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Sprachgebiet. Die Simplonbahn begünstigte in den letzten
Jahren eine starke italienische Zuwanderung. Der sprachlichen
Teilung steht die Einheit des Glaubensbekenntnisses
gegenüber; die Walliser sind fast ausschließlich katholisch.
Vom schweizerisch-savoyischen Grenzort St. Gin- Rhonetal
g o l p h vom Genfersee her zieht sich ein Streifen Wal- M-rUgnyliser
Boden links der Rhone talaufwärts. Monthey
liegt am Ausgang des weidenreichen Val d'Jlliez, das
sich am Nordfuß der Deut du Midi ausbreitet. In der
Gegend von Champery, im Hintergrund des Val
d'Jlliez, hat sich eine sonderbare Tracht erhalten; um den
Herden besser in die schwer zugänglichen Teile des Gebirges
folgen zu können, sind die Frauen vereinzelt noch
heute den Männern ähnlich gekleidet; sie schmücken sich
überdies mit einem fremdartig anmutenden, grellroten
Kopftuch. Bei dem alten Städtchen St. Maurice
öffnet sich die Türe zum eigentlichen Wallis. Die Deut
du Midi und die Deut de Morcles flankieren hier das
Rhonetal und bilden mit ihren Felsausläufern einen
jener Talriegel, durch die sich der Fluß in engem Durchbruch
einen Weg schafft. Hier laufen die Eisenbahnen
von der schweizerischen und der französischen Seite des
Genfersees zur Simplonlinie zusammen. Über St. Maurice
sperrt eine moderne Befestigung das Wallis ab.
Straße und Bahn laufen auf der eintönigen Aufschültungsebene
taleinwärts und biegen bei Martigny in die
Längstalrichtung des innern Wallis ein. Am Rhoneknie
mündet die Dranse, die das Wasser aus den drei Dransetälern
vor dem Austritt aus dem Gebirge sammelt. Das
westliche, Val de Ferret, liegt am Fuße des vereisten
Dreiländersteins, des Mont Dolent. Das wilde, wenig
begangene Val de Bagnes reicht zu den Gletschern des
Grand Combin 4317 m und des Mont Blanc de Seillon
3871 m hinauf. Durch das mittlere Tal, das Val
d'Entremont, führt der altberühmte Weg über die Paßhöhe
des Großen St. Bernhard 2472 m, an den
Taldörfern Sembrancher, Orsieres und St. Pierre