Full text: Die Schweiz

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der Zug der Albulalinie aus dem sonnigen Wetter von 
Bevers im Engadin durch den Tunnel in den Regen 
des Albulatales hinaus fährt. Die Massenerhebung der 
Bündner Alpen bewirkt eine hohe Lage der Wald-, Pflanzendecke 
Weiden- und Schneegrenze; im Engadin und im Münster- 
tal steht der oberste Wald bei 2200 in; an der Bernina 
steigt die Schneegrenze auf 3100 m. Die Gebirgstäler 
Graubündens erhalten ihren Landschaftscharakter durch die 
Nadelholzwaldungen, die stundenweit als dunkles Kleid 
die Gehänge verhüllen, und durch die prächtigen, blumigen 
Alpweiden. Durch die Föhnzasse des Rheinquertales 
dringt die Rebe bis nach Chur hinauf vor. Getreide 
wird taleinwärts bis zu großer Höhe angebaut; so steigen 
in sonniger Lage im Engadin die Getreidefelder neben 
den Obstbäumen bis zu 1700 rn, an der Ofenstraße bis 
1800 na. Immerhin wird der Boden meist alpwirtschaft- Alpwirtschaft 
lich benutzt. Die Alpweiden unterhalten einen Viehstand, 
der zum wichtigsten Besitz des Landes gehört. Aus den 
Hochtälern stammt das luftgekrocknele Fleisch, das unter 
dem Namen „Bündner Fleisch", meist von Chur aus 
versandt wird. Schott längst vermochte die Alpwirtschaft 
nicht mehr allein die wachsende Bevölkerung zu ernähren; 
daher der Trieb so vieler Bündner, im besondern der Wanderung 
Engadiner, nach den großen Städten Norditaliens und 
des übrigen Europa auszuwandern, um als Zuckerbäcker, 
Wirte, Hotelangestellte oder Geschäftsleute sich einen ge 
wissen Wohlstand zu verschaffen und in späteren Jahren 
wieder nach der Heimat zurückzukehren. Diese Kräfte 
werden neuerdings immer mehr im Lande zurückgehalten 
durch den sichern Verdienst im Fremdeubesuch, der Grau- Fremdenverkehr 
blinden wegen seiner landschaftlichen Schönheit und der 
Heilwirkungen seines Höhenklimas und der zahlreichen 
Mineralquellen bevorzugt. Die rätische Bahn und die 
Alpenstraßen bewältigen mid fördern einen großen Tou 
ristenverkehr. Im Winter wenden sich die fremden Be 
sucher nach den bekannte» Schnee- und Eissportplätzen 
St. Moritz, Davos und Klosters. Durch den Bau einer
	        
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