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Landschaften
Volk
dem Touristenverkehr einen Zugang zum Schächental und
zur Gotthardlinie. Hoch über Linthal steht auf sonniger
Bergterrasse der Kurort Braunw ald, bei Linthal selbst
an großen Waldungen das Bad Stachelberg.
St. Gatten.
Gegenüber der Geschlossenheit mancher anderer
Kantone umfaßt St. Gallen eine Reihe von Landschaften,
die nach Bodengestalt, geschichtlicher Entwicklung und
Volksart stark von einander abweichen. Es reicht süd
wärts in die Täler und zur Hauptkette des Nordalpen
zuges hinauf, da wo dessen Ende vom Rheinknie um
schlossen wird, und erstreckt sich über die vielgestaltigen
und schroffen Bergformen der Voralpengruppen hin
weg zu den Molassehügeln am Bodensee; der Ost
abfall des Gebietes wird auf der ganzen Strecke von
der breiten Talebene des Rheins begleitet. Der Alpen
anteil des Kantons St. Gallen gliedert sich durch gut
ausgeprägte Tiefenlinien in drei Gruppen; die Talstrecke
Seez-Walensee trennt die Bergketten des Saurenstockes
und der Grauen Hörner von der Churfisten-Alvierkette,
an deren Nordfuß der Paßübergang von Wildhaus und
das oberste Talstück der Thur den Säntis als isoliertes,
ins Hügelland vorgeschobenes Gebirge erscheinen lassen.
Diese Hohenzüge halten eine Anzahl natürlich umgrenzter
Landschaften auseinander: Das Seez-Walenseetal mit
den vom Nordalpenkamm herabsteigenden Seitentälern
(Sarganserland); den Anteil an der Linthebene (Gaster)
und den Seebezirk von Rapperswil; das Tal der Thur
oder Toggenburg; das Hügelland des nördlichen Kantons
teils in der Umgebung der Hauptstadt (Fürstenland oder-
alte Landschaft); das Rheintal. Rings von St. Galler
Boden umschlossen liegt im Säntis und an dessen Nord-
fuß der Kanton Appenzell.
Wie nach der wechselvollen Bodengestalt zu erwarten
ist, besiedeln die 302900 Einwohner die Fläche des