Full text: Die Schweiz

160 
Wrstenland 
Rheintal 
Kappel, Wattwil am Fuß des Ricken und an einer 
Flußverengerung das Städtchen Lichten steig, ein schon 
früh benutzter Brückenübergang. 
Von Zürich-Winterthur herkommend, steigt die 
Hauptverkehrslinie am alten Abtftädtchen Wil vorbei 
und durch die stattlichen Jndustrieorte Flawil und 
G o ß a u über das Sittertobel zum Hochtal von St. Gallen 
in 650 m Meereshöhe hinauf, um gleich nachher sich in 
steilem Abfall auf 400 in am Bodenseeufer zu senken. 
Obwohl Mittelpunkt der ostschweizerisch-vorarlbergischen 
Baumwollindustrie und Stickerei, zeigt St. Gallen 
(75000 Einwohner) keineswegs das Bild einer an Rauch 
schloten reichen Fabrikstadt. Es besorgt die Fertigstellung 
und den Versand der Jndustrieerzeugnisse und ist der 
Sitz einer wohlhabenden Kaufmannschaft. Die Stadt 
gruppiert sich um das mächtige, altberühmte Kloster mit 
der Stiftskirche und steigt mit den Villenquartieren an 
die Halden des Rosenberges und Freudenberges hinauf. 
Am Bodensee liegt der Hafenvrt Rorschach, 12700 
Einwohner. 
Von der Talgabel bei Sargans fließt der Rhein 
auf breiter Aufschüttungsebene zwischen den immer weiter 
auseinandertretenden Talwänden nordwärts dem Boden 
see zu. Das St. Galler Rheintal durchfurcht als mäch 
tiger Graben in schrägem Schnitt die von SW nach 
NO verlaufenden Höhenzüge der Alpen und des vor 
gelagerten Molasselandes, an deren Steilabsall nur we 
nige Straßen den Übergang zu den St. Galler und Ap 
penzeller Hochtälern finden. Das Rheinbett wird weithin 
von Buschwaldstreifen und Sumpfflächen begleitet; in 
folge des geringen Gefälles überführte der Fluß von 
jeher die weite Talebene mit Geschiebemassen. Durch 
Dammbauten wurde den Überschwemmungen nur vor 
übergehend gewehrt; der Rhein erhöhte allmählich sein 
Bett und zieht nun auf mächtigem Damm durch die 
Ebene; im untern Rheintal liegt der Wasserspiegel in 
gleicher Höhe wie die Hausdächer der benachbarten Dörfer.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.