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Infolge der Rheinkorrektion, ausgeführt durch die Schweiz
und Österreich, ist heute die Gefahr weiterer Überschwem
mungen nahezu beseitigt. Der Fußacher Durchstich leitet
in verstärktem Gefälle den Rhein zur Nächstliegenden Bucht
des Bodensees hinaus, und flußaufwärts arbeitet man
bereits am Durchstich von Diepoldsau, der die nach Osten
ausbiegende Schleife des Rheins abschneiden soll. Die
beiden Durchstiche verkürzen den Rheinlauf um 10 km.
Die günstigen Folgen des Entsumpfungswerkes zeigen sich
im wachsenden Wohlstand der Anwohner, die neben der
Industrie jetzt auch die fruchtbaren, aus angeschwemmtem
Schieserschlamm aufgebauten Böden der ehemaligen Ried
flächen in Kultur nehmen. An der föhnwarmen Talsohle
reist der Mais, das Obst und der Wein. Die von 8 W
her schräg ins Rheintal vorspringenden Bergsporne bieten
an ihren Südosthalden dem Weinstock sonnige und wind
geschützte Lagen, so in den Talwinkeln von Altstätten und
Berneck. Die Ortschaften des Rheintales liegen meist
als Randsiedelungen an der vor Überschwemmung ge
sicherten Berghalde. Bei Buchs, dem Hauptort der
Landschaft Werdenberg, verknüpft sich die Arlbergbahn
mit dem schweizerischen Bahnnetz. Talabwärts steht
Gams durch die Bergstraße von Wildhaus in Ver
bindung mit dem obern Toggenburg. Über Sennwald
und O b e r r i e d am Steilabfall der Säntisketten gelangt
man nach dem Markt- und Stickerort Altstätten an
der Vereinigung der beiden aus dem Appenzell herab
steigenden Bergstraßen. Diepoldsau ist im Begriff,
durch die Flußkorrektion zu einem rechtsrheinischen Orte
zu werden. Am Nordostfuß des weingesegneten Berg
vorsprungs von Bern eck biegt das alte Rheinbett ab
und windet sich an der Grenzstation St. Margrethe n
und an dem Städtchen Rh ein eck vorüber zum See
hinaus. In obst- und weinreicher Gegend ist Thal
der Mittelpunkt für die appenzellische Beuteltuchweberei
geworden.
Flückiger, Schweiz
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