Full text: Die Schweiz

162 
Hügelland 
Säntis 
AppenzeU. 
Rings von St. Galler Gebiet umschlossen, umfaßt 
das Land Appenzell das Säntisgebirge und das Hügel 
land an seinem Nordfuß. Der nördliche Kantonsteil 
gehört zum hochgelegenen, dem Alpenrand benachbarten 
Teil des ostschweizerischen Mittellandes, das sich in 
scharfem Abfall zum Rheintal und zum Bodensee senkt. 
Die in der Molassefalte schief gestellten und durch die 
Verwitterung aufgeschnittenen Nagelfluhbänke streichen 
als weiden- und waldbedeckte Parallelkämme nordost- 
wärts, von den Hauptflüssen in malerischen Wald 
schluchten quer durchbrochen. Die durch Verzweigung 
zahlloser Tälchen in kleine Einzelhöhen aufgelöste Hügel 
landschaft erscheint wie übersäet mit weißleuchtenden 
Punkten, den Einzelhöfen, die in den schön gebauten 
Jndustriedörfern der Talmulden ihr gemeinschaftliches 
Zentrum finden. Über den grünen Weiden und den 
dunklen Tannenwäldern der Nagelfluhhöhen türmen sich 
im Süden die schroffen und kahlen Wände des Säntis- 
gebirges empor. Der Säntis (oder das Alpsteingebirge) 
besteht aus parallel laufenden Kalksteinkelten, die in 
schönster Weise den Bau der nordwärts überschobenen 
Falten zutage treten lassen. Die jäh zu den engen Tal 
sohlen abstürzenden Felshänge spiegeln sich in stillen 
Bergseelein; der Fählensee und der Sämblisersee ent 
senden ihr Wasser durch den zerklmteten Fels in unter 
irdischem Abfluß, während der Seealpsee durch den Quell 
bach der Sitter entwässert wird. Der wegen seiner um 
fassenden Fernsicht viel besuchte Säntisgipfel 2504 m 
trägt die höchste Wetterwarte der Schweiz. In den 
Mulden seiner Nordhalde liegen zwei Schneeflecken, die 
eine tiefste Lage der Schneegrenze in den Schweizer 
Alpen bezeichnen. Der Nachbargipfel Altmaun geht in 
die östliche Randketle über, die hoch über der Rheinebene 
zum Hohe» Kasten und Kamor ansteigt. Die Molasse- 
rücken des Vorlandes erheben sich im Gäbris zu 1250 in.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.