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enge Nordbucht des Sees und die ihm entströmende
Reuß; Stadt, See und Gebirge vereinigen sich zu einem
Landschaftsbild von überraschender Anmut und Groß
artigkeit. Hinter der stolzen Hotelreihe am Quai bleibt
dem Blick vom See her die Häusermasse der Stadt
teilweise verborgen. Im Hintergrund bilden auf steiler
Höhe die Museggtürme der mittelalterlichen Stadtbefesti
gung einen reizvollen Abschluß. Nach Süden öffnet sich
ins Gebirge die breite Lücke des Sees, flankiert von
den Bergmassen des Rigi und des Pilatus. Der ge
samte Fremdenverkehr des Vierwaldstättersees findet in
Luzern seinen belebten Mittelpunkt.
Am Südwestabfall des Rigi liegen auf Luzerner Rigi-Pilatus
Gebiet die schon früher genannten Kurorte Weggis
und Vitznau; nahe bei Luzern am Fuß des Pilatus
hat sich Kriens durch Maschinenbau zu einem volks
reichen Ort entwickelt (7100 Einwohner).
Der Kanton Luzern zählt 167200 überwiegend Bon
katholische Bewohner. Die Landwirtschaft nimmt die
ineisten Kräfte in Anspruch; dazu gesellt sich, außer der
Metallindustrie, die Seidenspinnerei in der Umgebung
von Luzern, im Wigger- und Suhrtal. Vom aargaui
schen Freiamt greift die Strohflechterei, meist als winter
liche Hausarbeit neben der Landwirtschaft betrieben, ins
Seetal und ins Entlebuch hinüber.
Aarrgau.
Das Kernstück des Landes besteht, wie schon der Gebiet
Name es sagt, aus dem Aaretal: daran schließen sich
die untern Abschnitte der vom luzernischen Mittelland
her zur Aare ausmündenden Flußtäler, von der Wigger
im Westen bis zur Limmat im Osten; in einem dritten
Gebiet greift der Kanton über den östlichen Jura hin
über und bildet dem Rhein entlang bis nahe vor Basel
auf eine lange Strecke die Landesgrenze. Das sind nach
Bodengestalt und geschichtlicher Entwicklung recht un-