Full text : Die Schweiz

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Erwerb  und
Orte

Wcstschwetzerisches

Mittelland

Rundsicht  wegen  häufig  besucht.  Die  Matten  ernähren
ansehnliche  Herden  des  schwarz-weiß  gescheckten,  in  der
Westschweiz  stark  verbreiteten  Freiburger  Rindviehs.
Der  Milchreichtum  der  Talschaft  findet  Absatz  in
den  zahlreichen  Käsereien,  die  den  berühmten  Greyerzer
Käse  herstellen,  sowie  neuerdings  auch  in  der  großen
Milchschokolade-Fabrik  in  Broc.  Die  altertümlichen
Städtchen  Greyerz,  auf  einem  Felssporn  im  Talgrund ­
  gebaut,  und  Bulle,  der  Sammelpunkt  von
Straßen  aus  allen  Richtungen,  sind  die  Viehmärkte  des
Landes.  Als  Nebenverdienst  zur  Viehzucht  ist  im  Greyerz
und  in  den  andern  Tälern  des  südlichen  Kantonsteils
die  Strohflechterei  verbreitet,  der  die  Landwirtschaft  des
Alpenvorlandes  durch  den  Anbau  von  Roggen  das  Flechtmaterial ­
  verschafft.
Bei  Broc  öffnet  sich  von  rechts  das  Jauntal,  von
einer  Hirtenbevölkerung  bewohnt,  die  eine  einfache  Lebensweise ­
  und  die  altvererbten  Sitten  und  Bräuche  treu  bis
auf  die  Gegenwart  bewahrt  hat.  Im  Talhiutergrund
steht  Jaun  durch  eine  Bergstraße  in  Verbindung  mit
dem  Simmental;  Charmey  ist  ein  besuchter  Luftkurort.
In  Bulle  vereinigen  sich  die  Bahnlinien  von  Vevey
und  von  Romont  her  und  finden  über  Greyerz  talaufwärts ­
  in  Montbovon  Anschluß  an  die  Montreux-Berneroberland-Bahn.

Der  inittlere  und  nördliche  Teil  des  Kantons  Freiburg ­
  gehört  zum  schweizerischen  Mittelland  zwischen
Genfersee  und  Aare.  Seine  flachwelligen  Hügel  überragen ­
  meist  nur  unbedeutend  eine  weite  Hochebene.  Die
parallel  nach  Nordosten  ziehenden  Rücken  treten  am
Alpenrand  in  der  gefalteten  Molasse  stärker  hervor;
gegen  die  Juraseen  hin  verflacht  sich  die  Landschaft.
Überdies  besteht,  durch  den  Lauf  der  Gewässer  gekennzeichnet, ­
  eine  Neigung  des  Bodens  nach  Nordosten.  Die
ausgedehnte  Hochfläche,  mit  dem  einheimischen  Namen
als  „plateau  suisse“  bezeichnet,  liegt  durchweg  einige
hundert  Meter  höher  als  die  Talsohlen  des  ostschweize-
            
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