Full text : Die Theerfarben-Fabriken der Herren Meister, Lucius & Brüning zu Höchst a. Main, in sanitärer und socialer Beziehung

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und  auf  der  Verschiedenheit  der  Siedepunkte  beruht  die  Reindarstellung  dieser
Kohlenwasserstoffe,  welche  jedoch  bezüglich  ihrer  Wirkung  auf  den  menschlichen
Organismus  fast  identisch  sind  und  deshalb  gemeinschaftlich  betrachtet  werden
können.
Ueber  die  physiologischen  Wirkungen  derselben  liegt  eine  Reihe  von  Versuchen ­
  an  Thieren  vor,  deren  Resultat  folgendes  ist  :
Die  Dämpfe  von  Benzol  wirken  anästhesirend.  ln  erster  Linie
entstehen  Symptome  von  Aufregung:  die  Thiere  werden  unruhig,  die
Respiration  wird  beschleunigt  und  der  Puls  frequenter.  Wird  eine
grössere  Quantität  verdunstet,  z.  ß.  bei  Versuchen  mit  Katzen  und
jungen  Hunden  ‘20—‘25  g,  so  folgt  auf  die  Zeichen  der  Aufregung
sehr  rasch  Betäubung.  Eingeleitet  von  einem  Schüttelfröste  steigert
sich  rasch  die  Frequenz  der  Respiration,  der  Puls  wird  klein,  das
Athmen  oberflächlich  und  unregelmässig,  und  mit  oder  ohne  vorausgegangene ­
  klonische  Krämpfe,  tctanischem  Strecken  der  Hinterbeine,
Zittern  oder  allgemeinen  Convulsionen  fallen  die  Thiere  betäubt  nieder.
Unter  Zuführuhg  von  frischer  Luft  erholen  sich  dieselben  rasch  wieder,
taumeln  jedoch  noch  eine  Zeitlang  beim  Gehen  und  sind  schlafsüchtig.
Noch  grössere  Mengen  werden  tödtlich,  so  z.  B.  für  Katzen  die  Verdunstung ­
  von  ca.  50  g,  upd  zwar  tritt  der  Tod  unter  epileptiformen
Krämpfen  ein.
Sectionen  ergeben  Dünnflüssigkeit  des  Blutes,  Blutreichthum  der  Gefasse
der  Gehirnhäute,  seröse  Durchtränkung  der  Gehirnsubstanz,  Blutextravasate  in
den  Pleurasäcken;  Herz  und  Lungen  sind  blutleer.  (Felix.)
Untersuchungen  des  Blutes,  welche  Star  ko  w  anstellte,  ergaben,  dass  bei
directein  Contacte  sich  rasch  Hämoglobin-Krystalle  aus  scheiden  und  dass  die
Blutkörperchen  aufgelöst  werden.
Eine  ähnliche  Einwirkung  haben  Benzoldämpfe  auf  den  Menschen.
Bei  der  Einathmung  von  ca.  10  g  entsteht  durch  Reizung  der  Nervencentren
  Eingenommensein  des  Kopfes,  Schwindel,  Ohrensausen,  Brechreiz, ­
  Hustenreiz  und  Schläfrigkeit.  Der  anfangs  beschleunigte  Puls
wird  bei  fortgesetzter  Einathmung  langsam.  Grössere  Gaben  von
40—50  g  bringen  bei  längerer  Einathmung  neben  reichlicher  Schweisssecretion
  einen  höchst  unbehaglichen  Zustand  und  grosse  Hinfälligkeit
und  später  Schlaf  und  eine  der  Chloroformwirkung  ähnliche  Anästhesie
hervor,  auf  welche  nach  dem  Erwachen  noch  längere  Zeit  Uebelkeit,
Schläfrigkeit  und  allgemeines  Unbehagen  fortbesteht.
Klinische  Beobachtungen  über  die  Wirkung  der  Benzoldämpfe  liegen
wenige  vor.  Zur  Zeit,  als  noch  Handschuhe  mittels  Benzol’s  als  sog.
Fleckenwasser  gewaschen  wurden,  beobachtete  man  bei  den  Wäsche-
            
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