heute. Der Bodensee zog sich durch das St. Galler
Rheintal hinauf und stand an der Talgabel von Sar-
gans in Verbindung mit dem langen, einheitlichen
Wasserbecken der Walen- und Zürichseefurche. Der
Vierwaldstättersee reichte bis Erstfeld. Brienzer- und
Thunersee hingen vor der Aufschüttung der Ebene von
Jnterlaken, des Bödeli, zusammen; das obere Ende
lag bei Meiringen. Der Genfersee reichte zum mindesten
bis St. Maurice hinauf, der Langensee bis Bellinzona.
Früher wälzten die Flüsse ihr schlammiges Wasser
in gewundenem, trägem Lauf durch die Ebene dem
See zu, bei Hochwasser die Ufer überflutend. Jetzt
sind sie geradegelegt und eingedämmt. Von erhöhtem
Standpunkt aus gesehen heben sich die Kanäle als
steife, wie mit dem Lineal gezogene, glänzende Linien
von der dunklen Farbe des einst versumpften Bodens
ab. Schnurgerade in die Ferne ziehende Pappelreihen
verstärken die Eintönigkeit des Landschaftsbildes. Das
Reuland am Rand des Sees trägt noch Weidcngestrüpp
und Schilfbestände; flußaufwärts wird der Boden seit
der Kanalisation mehr und mehr angebaut.
Seitlich dem See zueilende Bäche bauen je eine
kleine Halbinsel („Horn") in die Wasserfläche hinaus,
an Steilufern eine bevorzugte Stelle zur Anlage von
Ortschaften (Mühlehoru und Murg am Walensee,
Sisikon am Urnersee).
Zahllose kleine Wasserbecken unseres Landes sind
zugeschüttet oder durch die überwuchernde Ufervegetation
verlandet. Andere sind erst im Erlöschen begriffen;
Wassertümpel, Sümpfe, Riedflächen bezeichnen ihre
Stelle. Ebenso sind dein intensiven Acker- und Wiesen
bau der Neuzeit eine Reihe kleiner Seen zum Opfer
gefallen; entweder wurde der Seespiegel gesenkt oder die
Mulde ganz entleert Die Senkung des Lungernsees
und die Austrocknung des Giswilersees, beide in Ob
walden, können als Beispiele dafür dienen, wie der
Mensch die natürliche Verteilung von Wasser und Land
Deltaland
schaft
Verlanden
kleiner Seen
Eingriff des
Menschen