Full text : Die Lokal- und Mittelbanken der Schweiz

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II.
Die  historische  Entwicklung  der  schweizerischen
Lokal-  und  Mittelbanken.

1.  Das  Bankwesen  zu  Anfang  des  19.  Jahrhunderts,
die  Sparkassen.
Der  neuzeitliche  Handel  und  Verkehr  und  die  Industrie,  die  sich  im
Laufe  des  letzten  Jahrhunderts  zur  Grossindustrie  entwickelte,  haben  das
heutige  Bankwesen  geschaffen.
Brüher  war  der  Handel  durch  Zunftzwang  eingeengt,  und  die  unvollkommenen ­
  Verkehrsmittel  und  die  wenig  ausgebildete  Industrie  erforderten
nicht  die  gewaltigen  Finanzmittel  wie  heute.  Der  Gewerbetreibende  und
der  Kaufmann  arbeiteten  zum  Grossteil  mit  ihrem  eigenen  Kapital.  Wohl
existierten  auch  bei  uns  in  der  Schweiz  an  grossen  Plätzen  Privatbankiers,
die  sich  lediglich  Bankgeschäften  widmeten;  häufiger  aber  noch  gliederten
sich  grosse  Handelshäuser  auch  eine  Bankabteilung  an.  So  zeigte  das
zürcherische  Ragionenbuch  von  1837  folgende,  Bankgeschäfte  pflegende
Firmen:  1)
1.  Pestalozzi  im  Thalhof,  Seidenfabrikation  und  Bankgeschäfte,
Zürich;
2.  Sal.  Pestalozzi  zum  Steinbock,  Wechsel  und  Seide,  Zürich;
3.  Caspar  Schulthess  &  Co.,  Wechselgeschäfte,  Zürich;
4.  C.  Schulthess  Erben,  Wechselgeschäfte  und  Seidenhandel,  Zürich;
5.  Tobler-Stadler,  Bankier,  Zürich;
6.  Clais  &  Co.,  Wechselgeschäfte,  Winterthur;
7.  Caspar  Bindschädler,  Wechselgeschäfte,  Männedorf.
Die  Geschäfte  der  Bankiers  bestanden  im  An-  und  Verkauf  von
Wechseln  auf  fremde  Plätze,  im  Diskont  von  Platzwechseln,  in  der  Eröffnung ­
  von  Kontokorrentkrediten  gegen  Personal-  oder  Realkaution,

b  Bleuler,  Die  Bank  ivZürieh  1836  bis  1906,  Zürich  1913,  S.  9.
            
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