Full text : Weltporto-Reform

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Indessen  erscheinen  uns  diese  Verhältniszahlen  heute,  wo
die  absolute  Höhe  der  deutschen  Postüberschüsse  so  gross  geworden ­
  ist,  schon  etwas  zu  hoch.  Als  Stephan  das  vor  einem
(1860),  86‘2  (1870)  und  beträgt  gegenwärtig  (1906)  2694  Millionen  im  inneren
Verkehr  und  112  V 2  Millionen  im  Verkehr  nach  ausserhalb,  neben  806,3  Millionen ­
  inländischen  und  IV  Millionen  nach  auswärts  gesandten  Postkarten.
Das  einfache  Briefgewioht  ist  später  auf  1  Unze  und  dann  auf  4  Unzen
(113  g)  erhöht  worden;  der  Pennysatz  aber  blieb  bestehen  und  gilt  nun
auch  im  Kolonialverkehr  und  nach  Nordamerika  (für  1  Unze).
Seit  1839  hat  sich  die  Briefzahl  also  um  das  34-fache  vermehrt, ­
  die  Postkarten  nicht  mitgerechnet.  1839  waren  es  3—4,  1906  aber
61  Briefe  auf  den  Kopf  der  Bevölkerung  (ohne  Postkarten,  Drucksachen  usw.)
Die  Zahl  der  Postanstalten  in  England  helief  sich  1840  auf  4028,
wuchs  1855  auf  10  498,  bis  1860  auf  11  441  und  bis  1906  auf  23  629.  Die
Briefvermehrung  übertraf  also  die  Vermehrung  der  Postanlagen  fast  um
das  Sechsfache.
Die  Ausgaben  wuchsen  nach  der  Reform  auch,  aber  wie  die  steigende
Höhe  des  Überschusses  zeigte,  lange  nicht  genug,  und  Stephan  bemerkte
(S.  615  seines  Buches)  ausdrücklich,  dass  die  Vermehrung  der  Postanlagen
und  Postanstalten,  die  Verbesserung  des  Betriebes,  Verteuerung  des  Eisenbahntransports ­
  usw.  zu  diesem  Wachstum  der  Ausgaben  beitragen,  so  dass
es  nicht  etwa  allein  auf  die  Rechnung  der  Pennyporto  -  Reform  gesetzt
werden  kann.  Natürlich  tragen  die  vermehrten  Postanlagen,  die  zunehmende
Volksbildung,  der  steigende  Handel  u.  dergl.  auch  zur  Steigerung  des  Verkehrs ­
  reichlich  bei,  und  das  billige  Porto  ganz  allein  hat  nicht  alles  getan;
doch  wenn  der  Postbetrieb  in  eiuem  hochkultivierten,  betriebsamen  Lande
bereits  sehr  dicht  ausgebaut  und  vollkommen  ist  wie  heute,  so  wird  ein
verbilligtes  Porto  sicherlich  immerhin  die  ausschlaggebende  Bolle  bei  der
weiteren  Verkehrshebung  spielen,  sofern  es  nicht  schon  vorher  einen  äusserst
wohlfeilen  Satz  hatte,  wie  z.  B.  die  früheren  deutschen  2  Pf.-Postkarten;
Die  deutschen  Zeitungsbeilagen  gingen  ja  von  1905—1907  wegen  der  Verteuerung ­
  von  '/ 4  auf  ’/a  Pf-  um  30  %  zurück.
Der  englische  Postüberschuss  von  1839  (1  633  764  £)  ist  1810
freilich  auf  500  789  £  gefallen  (um  69%);  1850  belief  er  sich  wegen  der  inzwischen ­
  verdoppelten  Ausgaben  —  Gehaltserhöhungen,  Personal  Vermehrung
usw.,  und  verschiedene  Neuerungen  spielten  auch  dabei  mit  —  noch  auf
840  787  £  und  wäre  ohne  diese  natürlich  doppelt  so  gross  gewesen.  Das
Pennyporto  allein  kann  man  damit  aber  durchaus  nicht  belasten.
Die  alte  Bruttoeinnahme  von  1839  (1  359  466  £)  wurde  zuerst
1852  (1  422  168  £)  wieder  erreicht  und  etwas  übertroffen,  die  alte  Reineinnahme ­
  (1  633  764  £)  aber  erst  um  1863  wieder  erzielt.  Im  Jahrfünft
1861—1865  betrug  der  Überschuss  durchschnittlich  1  817  380  £  (46,5  %).
1906/07  betrugen  die  Bruttoeinnahmen  der  englischen  Post  17  361  042  £,
der  Überschuss  aber  5  071  255  £  (29,8  %);  hei  Einrechnung  der  Telegraphie
            
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