Full text: Weltporto-Reform

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können wir nickt wagen und vertragen. Und alles bliebe beim 
Alten. Von diesen Briefen nach dem Postausland gingen 1897 
übrigens nach europäischen Ländern 47,36 Millionen, 1907 
aber 91,50 Millionen Stück, nach Asien 0,538 und 10 Jahre 
später 1,57 Millionen (also das dreifache), nach Afrika 0,697 
und später 1,122 Millionen, nach Amerika 1,36 und 3,66 Milli 
onen (nach der Union speziell 6,08 und 11,88 Millionen) und 
nach Australien 0,176 und ein Jahrzehnt danach 0,541 Millionen 
Stück, ebenfalls das dreifache. 
Durch weiteres Zögern wird also die notwendige Welt 
portoreform auch für die Zukunft immer weiter erschwert; denn 
die Posteinnahmen im ganzen (1897: 321,78 Millionen, 1907: 
597,16 Millionen Mark) wachsen langsamer als der Briefverkehr 
nach dem Auslände. 
In anderen Ländern steht es mehr oder weniger gleich 
oder ähnlich. Nach der Berner Statistik stieg der Verkehr 
frankierter Briefe nach dem gesamten Auslände von 1896 bis 
1906 in Österreich von 69,8 auf 108,4 Millionen, in Frank 
reich von 54,4 auf 89,6, in Italien von 19 auf 32,4, in Holland 
von 10 auf 15,96, in Belgien von 16,4 auf 28,3, in Dänemark 
von 5,2 auf 8,16, in der Schweiz von 16,3 auf 25,3, in Schweden 
von 4,98 auf 7,72, in Norwegen von 3,45 auf 5,44, in Rumänien 
von 2,69 auf 5,74, in Japan von 1,16 auf 12,14 Millionen, also 
ums zwölffache, usw. In diesen Zahlen sind aber die Briefe 
nach etwaigen Postvereinsländern nicht ausgeschieden. 
Jedenfalls sieht man, wie wohl man getan hätte, zeitiger 
mit dem Weltpennyporto vorzugehen, und wie unangebracht 
ein weiterer Aufschub ist, ja wie er die finanziellen Schwierig 
keiten nur vermehren kann, weil er die rechnerischen Einnahme 
ausfälle ständig vergrössern würde, so dass der inzwischen etwa 
gebesserten Finanzlage wieder ein grösserer Verlust gegenüber 
stände. Im grossen und ganzen ist aber jetzt die Lage der 
Postfinanzen äusserst günstig, und bei sehr vielen Staaten stellt 
sie eine arge fiskalische Überspannung und eine schädliche Be 
lastung des Verkehrs dar, deren Druck baldmöglichst gemildert 
werden müsste.
	        
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