Full text: Weltporto-Reform

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grosse Publikum empfindlich treffen, ohne den Finanzen 
nützen. 
Es wäre daher an der Zeit, dass die Staatsregierungen 
in dieser Hinsicht etwas mehr täten und in ihren Etat 
besondere Mittel einstellten zur planmässigen wissen 
schaftlichen Erforschung und kritischen Darstellung 
der wichtigeren Yerkehrstarifreformen aller Art, sei 
es nun durch Jahrbücher oder noch häufigere perio 
dische Buch-Yeröffentlichungen. Diese könnten den be 
sonderen Verkehrs-Ressorts übertragen oder auch den diesen 
unbefangener gegenüberstehenden statistischen Äemtern als 
Aufgabe überwiesen werden. Freilich käme dabei viel auf die 
sachverständigen Mitarbeiter und die leitenden Gesichtspunkte an. 
Auch eine internationale Organisation dieser Arbeit, 
vielleicht durch Anlehnung an die vorhandenen Internationalen 
Bureaus oder auch Schaffung eines besonderen inter 
nationalen Bureaus wäre erwünscht, da die Erfahrungen 
des einen Landes meist auch den anderen Ländern zugute kommen 
oder sie vor Schaden bewahren. 
Eine grössere Buchliteratur von .unabhängigen pri 
vaten Forschern auf diesem besonderen Gebiete kann sich 
leider kaum entwickeln, da trotz der Wichtigkeit der Sache für 
alle Völker ein zur Deckung der Druckkosten und der Arbeits 
entschädigung hinreichender Ertrag fast nie zu erzielen sein 
dürfte. Hat doch Stephans wichtiges und bedeutendes Buch 
von 1859 nicht einmal eine zweite Auflage erlebt. 
Dieser Mangel einer fortlaufenden kritisch vertieften wissen 
schaftlichen Verkehrstarifreformliteratur auf historisch 
statistischer Grundlage ist so manchem Lande, manchem Volke 
schon teuer zu stehen gekommen. Wenn man jetzt über einen 
fortschrittsabholden oder rückschrittlich-fiskalischen 
Zug im Verkehrswesen öfter klagt, wenn häufig Missgriffe 
begangen und wichtige Verbesserungen und Erleichterungen lange 
unterlassen werden, wenn das alte liebe Lied von den finanziellen 
Hindernissen immer wieder gesungen wird und nötigenfalls von 
niemand eingehend geprüft und überzeugend widerlegt wird, so 
ist natürlich eine Aenderung, eine neue Reformlust kaum zu 
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