Hiernach erscheint es mir nicht angebracht, gegen die Einführung
des Weltpennyportos die doch nur geringen Mehrausgaben in
folge der Verkehrssteigerung als Einwand ins Feld zu führen. Mögen
sie auch grösser sein, als ich annehme, sie sind zweifellos im ganzen völlig
unwesentlich und können als triftiger Grund gegen die notwendige Er
leichterung des Weltverkehrs nicht geltend gemacht werden.
Mit solchen Gründen würde doch überhaupt jede Ermässigung abzn-
lehnen sein.
b) Nun die Transitgebühren (vgl. S. 1 ö8)! Dieses Bedenken er
scheint mir fast am belanglosesten!
In einzelnen Füllen, besonders im überseeischen Verkehr mögen die
Transitgebühren wohl grösser sein, als die Portoeinnahmen von 10 Pf. oder
10 Centimes! Aber was liegt daran? Nichts. Wie an anderen Stellen
gezeigt wird (vgl. S. 97 —100), ergeben sich beim Inlandsverkehr auf
dem Lande, bei den Telegrammen und beim Telephon oft noch
viel viel grössere Unterbilanzen, neben denen der überseeische Brief
verkehr nur eine Bagatelle bedeutet. Ferner werden die Landtransitkosten
doch gegenseitig verrechnet und in Wirklichkeit gewöhnlich fast gar nicht
bar bezahlt, sondern durch Leistungen ausgeglichen. Die Barzahlungen sind
meist nur Kleinigkeiten (vgl, S. 78, 79), mit wenigen Ausnahmen.
Aus der Herzogschen Tabelle über die Transitkosten ergibt sich
gewiss, dass in einigen Fällen, z. B. nach Argentinien, Südafrika und
Japan, der 10 Pf.-Satz die Transite nicht deckt, doch sind bei jenen
Summen die Landtransite schon mitgereohnet, die doch meist nicht bai-
bezahlt werden. Diese wären abzuziehen.
Ferner gehen viele Briefe auch auf subventionierten Linien, wo sie
nichts extra bezahlen, wenn die Post auf diesen Linien auch sonst meist
mit einem Defizit arbeitet.
Endlich aber muss darauf hingewiesen werden, dass für Europa der
überseeische, aussereuropäisohe Verkehr im Gesamtverkehr
nach dem Auslande, meist nur verschwindend klein ist und eine
Unterbilanz dieser Briefe nahezu gleichgültig- bleibt. Aus
Deutschland gingen 1907 nur 12,5% der Briefe nach aussereuropäisohen
Ländern und nur 8,8% darunter nach dem postalischen Ausland, d. h.
nach Ländern, wohin das Weltporto gilt und die nicht im Postvereins
verhältnis stehen.
Es gingen nach Asien nur 0,9%, nach Amerika 2% (mit den
Vereinigten Staaten freilich mehr), nach Afrika 0,6 und nach Australien 0,3%.
Die nachstehende Zalilentafel zeigt, wie das auch bei mehreren andern
Ländern ist, in absoluten und relativen Zahlen (vgl. auch unten S. 172 ff.).